Diverses Blicke auf Europa

Brüssel schaut auf Europa - dank deutscher Künstler: Mehr als 150 Werke bedeutender Maler des 19. Jahrhunderts sind derzeit im "Palais des Beaux-Arts" zu sehen. Wie sahen die Deutschen im Zeitalter von Goethe bis Rilke Europa? Was sahen sie und was nahmen sie nicht wahr? Noch bis zum 20. Mai finden Ausstellungsbesucher darauf Antworten.

Der Ausstellungsbesucher unternimmt beim Betrachten der Bilder eine Reise durch das Europa der damaligen Zeit, vermittelt durch Eindrücke deutscher Maler. Diese ließen sich schon vor 200 Jahren von der kulturellen Vielfalt Europas inspirieren. Unterteilt in zwölf Stationen beginnt der Rundgang in Griechenland, der Wiege der europäischen Kultur. So haben Künstler wie Karl Friedrich Schinkel und Peter von Hess griechische Mythen in ihren Werken idealisiert.

Die zweite Station der malerischen Reise ist Italien, dessen südlich warme Sonne etwa Friedrich Overbeck oder Carl Blechen faszinierte. Am anderen Ende Europas, im skandinavischen Norden, inspirierte die Kopenhagener Akademie Caspar David Friedrich zu seinen Meisterwerken. Ein Schwenk in den europäischen Osten führt den Besucher über Eindrücke aus Russland, Polen und dem Baltikum nach Böhmen und in das Riesengebirge. Sechste Station der Reise ist die Alpenregion, deren überwältigende Landschaften Maler wie Caspar David Friedrich oder Ludwig Richter in ihren Bildern festhielten.

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Station sieben und acht beschäftigen sich mit den Einflüssen Spaniens und Großbritanniens auf die deutschen Maler des 19. Jahrhunderts, bevor Max Liebermanns einzigartige Genreszenen den Besucher anschließend nach Holland entführen. Zum Schluss zeigen Werke von Carl Spitzweg und Wilhelm Leibl den Einfluss der französischen Freilichtmalerei auf die deutschen Künstler der Zeit. Die zwölfte und letzte Station der europäischen Reise trägt den Titel „Das Auge Europas“ und zeigt Bilder von Adolph Menzel. Seine feine Beobachtungsgabe spiegelt sich in Bildern europäischer Metropolen wie Berlin oder Paris wieder.

„Blicke auf Europa“ führt dem Besucher vor allem eines vor Augen: Schon lange bevor Politiker und Unternehmen Europa zu einer wirtschaftlichen und politischen Einheit machten, inspirierte dessen Vielfalt deutsche Maler zu faszinierenden Werken. Die Ausstellung lässt den Betrachter spüren, wie deutsche Künstler vor 200 Jahren Europa sahen und was sie wahrnahmen.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlung Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlung München unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel. „Blicke auf Europa“ ist noch bis zum 20. Mai 2007 im Palais des Beaux-Arts in Brüssel zu sehen, der Eintritt kostet neun Euro.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, montags auf Anfrage für Gruppen ab 150 Personen geöffnet

www.blicke-auf-europa.de

www.bozar.be

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