Diverses BMW 520d Touring – nicht nur straff, auch komfortabel

Mitte September ergänzt BMW seine 5er-Palette um den neuen Touring - der Bayer bleibt das mit Abstand sportlichste Kombimodell in der Oberklasse.

Klaus Dräger, Entwicklungsvorstand im Hause BMW, sieht entspannt aus. Einstige Designfehlgriffe sind nahezu vergessen, und selbst der alles andere als sehenswerte BMW 5er GT zaubert den Verantwortlichen durch unerwartet stattliche Bestelleingänge aus China
ein Lächeln ins Gesicht. Der neue BMW X3, der am 20. November auf den deutschen Markt kommt, wird die Konkurrenz mehr schmerzen als der neue 5er Touring, der am 18. September gleich nach der Sommerpause startet.

„In den letzten Wochen haben wir von der gerade erst gestarteten 5er-Limousine bereits mehr als 13.000 Fahrzeuge abgesetzt. Die Wartezeit liegt aktuell bei mindestens drei Monaten“, sagt Klaus Dräger mit zufriedener Miene, „und der Vorgänger des Touring war bereits drei Monate vor Produktionsende ausverkauft.“

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Die Chancen auf einen Verkaufserfolg des 5er Touring stehen ausgezeichnet. Dabei ist der Oberklassekombi von BMW alles andere als überraschend. Dass er nach einer mehr als sehenswerten Limousinenversion optisch und fahrdynamisch keinen Vergleich zu
scheuen braucht, erstaunt nicht. Ähnlich wie das Stufenheckmodell ist der BMW 5er Touring in Sachen Motor, Fahrwerk und Antrieb der Maßstab seiner Klasse.

Dabei kann er längst nicht nur straff und hart, sondern gerade durch die serienmäßige Luftfederung an der Hinterachse und die sinnvolle elektronische Dämpferregelung (1300 Euro Aufpreis) eben auch komfortabel. Die neu entwickelte elektrohydraulische Lenkung arbeitet erstmals mit 20-Volt-Technik und sucht nicht nur in der prestigeträchtigen Oberklasse ihresgleichen. Leicht und präzise, mit exzellenter Rückmeldung und bei geringen sowie hohen
Geschwindigkeiten gleichermaßen angenehm.

Enttäuschende Serienausstattung

Doch der 5er Touring setzt nicht nur Topwerte bei Fahrdynamik und -komfort. Auch in Sachen Variabilität und Alltagsnutzen gibt es wenig auszusetzen. Hätten die Produktmanager nicht eine Selbstverständlichkeit wie die elektrische Heckklappe aus der Liste der Standardausstattung herausgestrichen. In dieser Klasse und insbesondere bei Preisen ab 42.600 Euro sollte eine elektrische Heckklappe längst zur Serienausstattung gehören. Nicht nur Konkurrent Mercedes macht mit dem T-Modell seiner E-Klasse vor, wie es geht. Daran ändert auch die praktische Heckscheibe wenig, die sich beim 5er BMW nach wie
vor separat öffnen lässt. Auf Knopfdruck am Schlüssel öffnet sich die Scheibe, und die Laderaumabdeckung fährt automatisch nach hinten. Verschlossen wird die Glasluke dagegen nach wie vor manuell.

Der Laderaum ist nicht riesig, aber mit 560 bis 1670 Litern allemal groß genug. Die Rücksitze lassen sich im Verhältnis 40:20:40 nach vorne umklappen – einzeln oder komplett auch per Zugschalter vom Kofferraum heraus. Praktischer geht es kaum.

Wer besonders sparsam unterwegs sein will, dürfte erwartungsvoll zum Basismodell BMW 520d herüberschielen, das mit seinem 135 KW/184 PS starken Selbstzünder auf 100 Kilometern gerade einmal sparsame 5,1 Liter Diesel verbraucht. Und mit einem maximalen Drehmoment von 380 Nm, das ab 1750 U/min zur Verfügung steht, ist der 1,8 Tonnen schwere Bayer ganz ordentlich unterwegs. Von 0 auf Tempo 100 schafft er es in soliden
8,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 222 Stundenkilometern.

Wer sich mit weniger zufriedengeben will und auf den souveränen Lauf der Sechszylinder verzichten möchte, der ist mit dem ebenso gut gekapselten wie drehfreudigen Vierzylinder-Diesel des 520ers zumindest ordentlich bedient. Immerhin ist der Handschalter der einzige 5er, der zum Marktstart mit einer serienmäßigen Start-Stopp-Automatik unterwegs ist.

Die restlichen 5er-Modelle werden die Energiespartechnik nach Einführung durch den neuen BMW X3 erst im kommenden Jahr bekommen. Zum Marktstart ist der 5er Touring als 520d, 530d sowie als 523i und 535i zu bekommen. Diesel sowie Benziner mit sechs Zylindern
und jeweils drei Litern Hubraum sollten für den Großteil der 5er-Fahrer die bessere Alternative sein. Kauftipp bleibt wie schon beim Vorgängermodell der BMW 530d Touring, der mit seinem 180 KW/245 PS starken Sechszylinder die rechte Mischung aus Fahrspaß und Effizienz bietet.

Seine 540 Nm Drehmoment garantieren gerade mit der optionalen Automatik lässiges Cruisen und kraftvolle Beschleunigung aus allen Fahrsituationen heraus. Trotz 243 Stundenkilometern Spitze und einer Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in 6,4 Sekunden soll er sich mit 6,4 Litern Diesel auf 100 Kilometern begnügen. Der sparsamste Benziner BMW 523i Touring soll 7,9 Liter Super auf 100 Kilometern verbrauchen.

Dieselversionen werden nachgereicht

Der Basispreis für den BMW 520d Touring liegt bei 42.600 Euro. Deutlich interessanter dürfte für die meisten Kunden der 245 PS starke 530d sein, der mit seinem Grundpreis von
51.950 Euro jedoch fast 10.000 Euro mehr kostet. Im kommenden Jahr werden die Dieselversionen 525d und 535d ebenso nachgereicht wie die Allradversion xDrive.

Wer sich für einen Benziner entscheidet, dem stehen ab Verkaufsstart Mitte September zunächst die beiden Modelle 523i mit 204 PS (ab 44.550 Euro) und 535i mit 306 PS (ab 52.950 Euro) zur Verfügung. Sämtliche Modelle verfügen über eine leichtgängige
Sechsgang-Handschaltung. Optional gibt es für ein Aufgeld von 2350 Euro eine Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF.

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