Diverses Bonusaktien der Telekom nicht steuerpflichtig

Anleger müssen Bonusaktien des 2. Börsenganges der Telekom nicht versteuern. Darauf hat das Finanzgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil hingewiesen.

Kurseinbrüche bei der T-Aktie, das Sommertheater um die Führung des Konzerns – die Aktionäre der Telekom hatten in diesem Jahr wenig Grund zur Freude. Zumindest eine gute Nachricht kommt jetzt von der Steuerfront: Die von der Deutschen Telekom AG bei ihrem 2. Börsengang im Jahr 2000 ausgegebenen Bonus-Aktien sind steuerfrei. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil klargestellt (Aktenzeichen 2 K 4068/01 E).

Wie beim 1. Börsengang teilte die Telekom AG auch beim 2. Börsengang Anlegern ein Paket Bonusaktien zu, die ihre regulären T-Aktien bis zum 31. August 2000 nicht verkauften. Für jede T-Aktie gab es zehn Bonusaktien. Die wurden vom Großaktionär Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt.

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Im Streitfall hatte ein Aktionär im Zuge des 2. Börsenganges Aktien der Telekom gekauft. Die Bonusaktien, die er daraufhin erhalten hatte, hielt er ununterbrochen bis zum 31. August 2000 in seinem Aktiendepot. Das Finanzamt sah in der Zuteilung der Bonusaktien einen einkommensteuerpflichtigen Kapitalertrag. Die einzelne Aktie veranschlagten die Finanzbeamten dabei mit 43,40 Euro.

Das Finanzgericht Düsseldorf sah dies jedoch anders. Die Richter stellten klar, dass die Zuteilung der Bonusaktien unter keine Einkunftsart des Einkommensteuergesetzes passe. Der in Gewährung der Bonusaktien liegende Vorteil sei kein Entgelt für die Kapitalnutzung, sondern lediglich ein Anreiz für den Kauf von T-Aktien. Es handele sich darum um einen Vorgang auf der privaten Vermögensebene, der bei Privatanlegern außerhalb der Spekulationsfrist nicht steuerpflichtig sei. Da der Kläger die Bonusaktien länger als ein Jahr gehalten hatte, fiel auch keine Spekulationssteuer an.

Das letzte Wort hat nun der Bundesfinanzhof, der über die Revision entscheiden muss. Bis zur Abgabe der Steuererklärung für das Jahr 2002 dürfte ein Urteil des Bundesfinanzhofes noch nicht vorliegen. Aktionäre, die Gratispapiere erhalten haben, sollten aber unter Hinweis auf das Aktenzeichen Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen. Anleger des 2. Börsenganges können von einem positiven Urteil profitieren, wenn ihr Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2000 noch nicht rechtskräftig ist.

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