Diverses Bremsen für Nippons Züge

Bremsen für Japans Züge, mobile EKGs für Scheichs, Coupons für Polens Sparfüchse - das alles schicken deutsche Mittelständler in die Welt. impulse geht für Sie auf Reise.

Knorr-Bremse

Fährt schneller, bremst schärfer: Die japanische Eisenbahngesellschaft JR East mit Quartier in Tokio hat die Münchner beauftragt, Bremsteile für 23 neue Schnellzüge zu liefern: Zangen, Beläge, Scheiben. Die Japaner verlängern nämlich die Strecke von Tokio nach Hachinohe bis nach Aomori. Damit der Zug zum Flugzeug konkurrenzfähig bleibt, wurde die High-Speed-Lok E5, Typ Shinkansen, entwickelt. Fährt schneller als ihre Vorgänger: 320 statt 275 km/h. Seit acht Jahren ist der Zulieferer in Nippon aktiv, etablierte den schonenden Bremsbelag Isobar. Der verteilt Luft und Temperatur beim Drosseln geschickter als andere Systeme und schützt so die Scheiben. Shinkansen bedeutet „neue Stammstrecke“, steht für das Schienennetz von Japan Rail sowie deren Schnellzüge.

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Medi-Handy von MMB Medical Marketing

Herzkrankheiten sind im Nahen Osten ausgeprägt, teilt das Berliner Startup mit. Die Menschen dort essen gern Süßes, viele leiden an Übergewicht. Und wegen der großen Hitze kommt Joggen nicht infrage. Was aber, wenn das Herz plötzlich zu schnell pumpt? Dann hilft das Handy Sana des Herstellers Toyoplas aus Singapur. MMB vermarktet es in Europa, hat die Lizenz für den Nahen Osten nun an die HM Group Pharma Kish aus Paphos, Zypern (griechischer Teil), verkauft. 30 Sekunden Fingerdruck auf dem Sana-Touchscreen reichen, und das Gerät erstellt ein EKG. Der Nutzer kann es dann ans Krankenhaus schicken, falls nötig, kommt ein Rettungswagen. Wer gar keine Herzprobleme hat, kann mit dem Gerät aber auch telefonieren und simsen. Pharma Kish kauft laut Vertrag Telefone für rund 55 Millionen Euro. Ein Riesengeschäft für die Berliner Firma.

Voller WM-Überblick mit Parameta

Die Projektberatung aus Erding hat sich unter anderem auf die Steuerung von Kommunikationsprozessen spezialisiert. Die Bayern sorgen dafür, dass Arbeitsabläufe ineinandergreifen, die Zuständigkeiten klar sind. Zum Beispiel auf Baustellen oder an Flughäfen.
Nun kam ein 250 000 Euro schwerer Auftrag aus Johannesburg in Südafrika.

Die Betreibergesellschaft Acsa, der 15 Flughäfen gehören, erwartet zur Fußball-WM großen Andrang. An zwei Flughäfen, auch am O. R. Tambo International Airport in Johannesburg, soll die
bayerische Firma koordinieren, wie die IT-Techniker mit anderen Abteilungen kommunizieren. Etwa mit den Kofferträgern. Die müssen Bescheid wissen, wenn das Gepäckband mal wieder hakt.

Günstig in Warschau mit City Deal

City Deal Weil nicht nur der Deutsche
gern spart, gibt es das Onlineportal
nun auch in Warschau. Das Berliner
Internet-Startup der Samwer-Brüder,
das gerade von der US-Firma Groupon
übernommen wurde, verbreitet Angebote
Dritter. Beispiel: Das Portal hat in
einer Stadt lokale Partner, etwa einen
Imbissstand. Auf der Internetseite bietet
die Firma dann die Portion Pommes
zum halben Preis an. Der Deal steht,
wenn eine
vorher festgelegte Zahl Interessierter
zuschlägt. Nach Zahlung, etwa
per Kreditkarte, wird der Coupon
(Pommes zum halben Preis) zugeschickt.
Nach knapp einem Monat Akquise
an der Weichsel bezogen die Berliner
Büroräume
in der polnischen
Hauptstadt. 25 Mitarbeiter dealen bereits,
erste Kooperationen mit Restaurants
sind festgezurrt.

Deutsches Bier made in Brasilien – Welternburger Brauerei

Brasilianer pilgerten
einst nach Kelheim an die Donau. Sie
waren Vertreter der Grupo Petrópolis
aus der Nähe von São Paulo. Brasiliens
drittgrößte Brauereigruppe. Ziel
der Reisenden: das eigene Portfolio mit
der Braulizenz für eine deutsche Biermarke
erweitern. Sie besuchten das
Sudhaus (hier entsteht die Bierwürze)
der Weltenburger Brauerei, weltweit älteste
Klosterbrauerei (1050 gegründet),
gehört seit 1973 zur Brauerei Bischofshof
aus Regensburg. Für die Südamerikaner
war klar: dieses und kein anderes
Bier. Der Regensburger Bischof segnete
den Kontrakt ab, doch der kam nicht
ohne Auflagen zustande. Petrópolis
muss das bayerische Reinheitsgebot
einhalten, darf nur mit deutscher Hefe
und unter Aufsicht deutscher Braumeister
produzieren.

Sonnenstrom aus Niestetal von SMA

Die Nachfrage nach Fotovoltaikanlagen
in den USA steigt – und damit
der Bedarf an Wechselrichtern. Die produziert
etwa die Firma SMA aus Niestetal
bei Kassel. Nun geht die Serienfertigung
von drei Produktfamilien in
Denver, Hauptstadt von Colorado, an
den Start. Keine Solaranlage funktioniert
ohne Wechselrichter. Die wandeln Gleichin
Wechselstrom um. So kann gewonnene
Energie ins Stromnetz eingespeist
werden. Sunny Boy, so heißt einer der unscheinbaren
Kästen der Kasseler, ist für
den Privatverbraucher, nicht für Großanlagen
gedacht. In Deutschland boomt der
Markt, es kam zu Engpässen, weil Firmen
aus der Halbleiterindustrie nicht mehr
liefern konnten. Mancherorts klauten sogar
Diebe den Stromumwandler.

Brasiliens Laster werden gekühlt von Behr

Im Werk der Schwaben in Arujá
brennt jetzt ein neuer Ofen. Ein Nocolok-
Ofen. Das bedeutet: Behr steht bereit
für Brasiliens Autozukunft. Ab 2012
gilt auch im größten Land Südamerikas
die Euro-V-Norm für Autobauer. Die
müssen umstellen. Und die Stuttgarter
in Brasilien wollen daran kräftig verdienen:
Sie produzieren dort seit 1997
Kühler für Autos und Laster. Inzwischen
als Marktführer. Schon im vergangenen
Jahr haben sie einen neuen Kondensator,
billiger, umweltfreundlicher, normgerecht,
eingeführt. Ein Hit. Behr
wächst nächstes Jahr wahrscheinlich
um elf Prozent in dem Boomland. Nur
in fünf Ländern werden mehr Autos
produziert. Noch. Denn nur jeder sechste
Brasilianer hat eines. Dieser Markt
wird noch heißer.

Symeo – Sensoren für die Österreichische Bahn

Rumst nicht, geht ganz zart: Die österreichische Bahn hat in ihrer Verladestation in Wels seit Kurzem Sensoren der Bayern im Einsatz. Die helfen, Lasten millimetergenau auf die Züge zu setzen und zu heben, ohne dass es kratzt oder knallt.

Für Insider: Die Lösung beinhaltet sämtliche Komponenten zur D-GPS-gestützten Positionserfassung der Containerfahrzeuge und Kräne sowie der Lasterkennung an den Hebeeinrichtungen der Maschinen. Das klingt nicht nur spannend, das funktioniert auch so gut, dass Rail Cargo Austria beschlossen hat, mehr von dieser Sensorik zu bestellen. Nach und nach sollen alle Be- und Entladeterminals der Bahn in Österreich mit der feinen Technik ausgestattet
werden. Die Neubiberger produzieren und programmieren auch Mess-, Tast- und Positionssensorik für Metallverarbeiter, Papierhersteller und Bergbaufirmen.

Schwäbische Pharmalogistik in Lissabon

Ab jetzt die ganze Halbinsel.
Die spanische Tochter von Movianto,
einem Pharmalogistiker aus Stuttgart,
hat in Lissabon, im Nachbarland
Portugal, ein neues Lager eröffnet: 5000
Palettenstellplätze groß, dazu ein Kühllager
und ein gesicherter Raum für Arzneimittel,
die unter Portugals Betäubungsmittelgesetz
fallen. Zeitgleich mit
dem Ableger am Atlantik eröffneten die
Schwaben in der Slowakei ein neues Lager.
Auch dort gilt das Synergieprinzip:
Portugal und Spanien werden von Madrid
aus gemanagt, die Slowakei und
Tschechien von Prag aus. Movianto versorgt
Krankenhäuser, Großhändler, Apotheken
und Ärzte mit Arzneimitteln, Biotechnologie
und Healthcare-Produkten.
Zurzeit hat die Tochterfirma von Celesio
in 13 Ländern Europas 600 Kunden und
Platz für 225 000 Paletten.

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