Diverses Brisantes Vorurteil

Viele Firmen werden bald nicht mehr ohne sie auskommen: Wie Chefs erfolgreich auf die Vorzüge älterer Mitarbeiter setzen.

Zweimal schon hat Helmut Oehler, Geschäftsführer der Watt Deutschland GmbH, etwas getan, was im Moment höchst ungewöhnlich ist. Er hat einen Mitarbeiter eingestellt, der den 50. Geburtstag bereits eine Weile hinter sich hatte. Und als würde das noch nicht reichen, holte er Kollegen in die Firma, die bereits auf die 60 zugingen. Bei solchen Bewerbern mutieren Personalverant­wort­liche zu notorischen Neinsagern.

Die beiden älteren Mitarbeiter sind inzwischen bewährte Kräfte im Vertriebsinnendienst von Watt, mittelständisches Stromversorgungsunternehmen mit 80 Mitarbeitern. „Wir haben mit diesen Kollegen beste Erfahrungen gemacht. Warum stellen nur so wenige Unternehmen ältere Mitarbeiter ein?“, fragt sich Watt-Chef Oehler.

Anzeige

Der 45-Jährige wollte es genau wissen. Wie steht es generell um die Älteren? Warum finden sie so selten einen neuen Job? Wie beurteilen Unternehmen ihre älteren Mitarbeiter? Gemeinsam mit impulse initiierte der Frankfurter Unternehmer eine ein­gehende Untersuchung. Das renommierte Berliner Meinungsforschungsinstitut Forsa machte den Job. Und die Ergebnisse könnten für manches Unternehmen Anlass genug sein, ihre Personalpolitik in Bezug auf ältere Bewerber zu prüfen. Denn: 70 Prozent der befragten Firmen berichten über sehr gute bis gute Erfahrungen mit Arbeitnehmern jenseits der 50.

Einer, der ganz auf der Linie von Helmut Oehler liegt, ist Ullrich Sautter. Gerade hat der Chef eines 42-Mann-Betriebs für Industrietechnik wieder einen arbeitslosen Techniker eingestellt. Alter: 57 Jahre. Der Unternehmer aus dem badischen Kenzingen kennt die positiven Eigenschaften der Älteren: „Mich interessiert nicht, ob der Kandidat 20 oder 60 Jahre alt ist, wenn er fachlich und menschlich zu uns passt.“ Noch heute schwärmt er von der zupackenden Art seines ersten „Oldies“, eines 57-jährigen arbeitslosen Ingenieurs: „Der hat mit unglaublichem Organisationstalent und dem richtigen Riecher für neue Absatzmärkte ruck, zuck eine neue Produktsparte aufgebaut.“

Hier finden Sie die komplette Studie als PDF zum Download

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2006, Seite 90, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren >>

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...