Diverses Chefhotels des Jahres

Welche der insgesamt 13.500 Hotels in Deutschland sind top und welche nicht? Der große impulse-Vergleich zeigt, wo die Hotel­sterne am hellsten leuchten. Die Spitzenhäuser punkten mit markantem Profil, gelebter Hotelkultur und lokaler Identität - egal ob groß oder klein, in Städten oder auf dem Land.

Diese Artikel beschreibt das Ergebnis aus dem Jahr 2006. Das aktuelle Hotel-Ranking 2007 finden Sie hier >>

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„Wir müssen dem Gast eine Atmosphäre kreieren, die besser ist als jene, die er zu Hause hat“, sagt Thomas Klippstein. Der Hoteldirektor des Adlon Kempinski versteht die Hotellerie nicht als Beherbergungsbetrieb, sondern als Entertainment-Business. „Wir verkaufen Emotionen“, betont der leidenschaftliche Gastgeber. „Unsere Kun­den erwarten ein Grandhotel-Erlebnis und wollen sich dabei großartig fühlen.“

Für eine spannende Mischung sorgen

Mit Respekt für die Geschichte, Größe und Geschwindigkeit des „Kempinski“-Flaggschiffs am Brandenburger Tor gelingt Klippstein, was die meisten Hoteliers nicht schaffen: für Leben zu sorgen. „Es reicht nicht, schicke Möbel in die Zimmer zu stellen und irgendein Restaurant zu betreiben. Man muss mit allen Mitteln dafür sorgen, dass eine spannende Mischung von internationalen Hotelgästen und einheimischer Bevölkerung herkommt und das Ganze mit Leben und Glanz erfüllt.“

Während das „Adlon“ innenarchitektonisch auf einen neuzeitlichen Art-déco-Look setzt, weht im Raffles Hotel Vier Jahreszeiten kein Zeitgeist, es ist zeitlos. In den Zimmern herrscht hanseatisches Gründerzeit-Ambiente, behutsam aufgefrischt durch stilvolle Bäder und den tech­nischen Stand des Machbaren. Die öffentlichen Räume verströmen ein residenzielles Lebensgefühl und sind punktuell mit modernen Akzenten versehen, etwa im „Amrita Spa“ oder im kolonialen Themenrestaurant „Doc Cheng’s“.

Junge Gäste genießen altmodischen Chic

„Wir geben uns ganz bewusst altmodisch“, sagt Hotel­direktor Ingo Peters. Wer meint, das „Vier Jahreszeiten“ sei etwas für ältere Leute, der irrt. In den weitläufigen Hallen trifft man auf auffallend viele jüngere Besucher. Es scheint, sie schätzten das Traditionshaus als Hüter gewisser gastgewerblicher Grundwerte. Oder wie es Peters sagt: „Je weiter die Zeit fortschreitet und je mehr Hotels im globalisierten Einheitslook erbaut werden, desto besser geht es uns.“

Eigene Sicht auf Luxus und Wohlsein

Die führenden Häuser im ersten impulse-Hotel-Ranking stehen für sehr unterschiedliche Interpretationen dessen, was Hotellerie heute sein kann. Jedes Haus definiert Luxus und Wohlsein anders, und genau darin liegt das Erfolgsgeheimnis begehrenswerter Hotels begründet: Wer seine Ideen konsequent anders umsetzt und nicht die Konzepte der Trendsetter zu Tode kopiert, hat gute Chancen, im impulse-Hotel-Ranking vorne dabei zu sein und sich von den weniger guten Hotels klar zu unterscheiden.

Die Bewertung basiert auf fünf
Säulen, die rein subjektive Einschätzungen relativieren, aber keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben.

Urbaner Lifestyle mit lokaler Identität

Das in der Königskategorie der „Großen Geschäftshotels“ drittplatzierte Grand Hyatt Berlin ist deshalb so erfolgreich, weil es urbanen Lifestyle mit lokaler Identität und authentischem Gesamtauftritt verbindet. Es ist nicht einfach ein Designhotel, das der globalen Designrezeptur folgt, es ist ein Schaufenster auf die Stadt und eine Schnittstelle zur großen, weiten Welt.

Die unkonventionell wohnlichen Zimmer, das „Vox“-Restaurant und das Penthouse-Hallenbad hoch über dem Potsdamer Platz setzen Maßstäbe. Das „Grand Hyatt“ strahlt eine gesunde Portion Selbstvertrauen aus und setzt den Gast unter Strom wie eine Batterie; aufgeladen und in bester Stimmung geht er ins Meeting.

Ein weltstädtisches Hotel braucht auch eine Weltstadt drumherum – denkt man. Doch ein Blick auf die Rangliste zeigt die Ausnahme: The Ritz-Carlton Wolfsburg auf Platz vier wird atmosphärisch, architektonisch und kulinarisch höchsten Ansprüchen gerecht und entwickelt sich hinsichtlich seiner Angebotspalette und der Qualität aller gebotenen Serviceleistungen beständig weiter.

bemerkenswerte Konstanz in allen Serviceabläufen

Während das Wolfsburger Luxushaus mit japanisch anmutender Schlichtheit glänzt, erinnert der Schwesterbetrieb Ritz-Carlton Berlin (Rang 6) mit seinem barock-opulenten Interior-Design an ein amerikanisches Schloss. Anfänglich mit viel Häme bedacht, hat das Hotel innert zwei Jahren eine bemerkenswerte Konstanz in allen Serviceabläufen erreicht. Hoteldirektor Rainer Bürkle weiß um die Wichtigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters und hat ein großes Talent, die richtigen Leute zu fördern.

Einer der Ersten, die Ende der 90er Jahre die Lust verspürten, beim Abenteuer Potsdamer Platz mit dabei zu sein, war Lutz Hesse. Sein The Mandala (5), das er als Pächter persönlich führt, hat bis heute Geheimtippcharakter – und ist wohl das am meisten unterschätzte Geschäftshotel in Deutschland.

Individuell gefüllter Kühlschrank

Es versteckt sich hinter einer unscheinbaren Fassade gegenüber dem Sony-Center und beherbergt 166 puristisch-elegante Zimmer, keines kleiner als 40 Quadratmeter, alle mit eigener Kochgelegenheit. Wer seinen Kühlschrank für den täglichen Bedarf individuell füllen will, gibt seinen Einkaufszettel einfach dem Concierge, der sich – zu normalen Ladenpreisen – um alles kümmert.

Das Gourmet-Restaurant „Facil“ – ein zenartiger, von Bambus umgebener Glaspavillon auf der Terrasse im fünften Stock des Hauses – ist ein ästhetischer Ruhepol inmitten der nimmermüden Metropole. Dem Team merkt man an, dass es aus Menschen mit einer echten Leidenschaft für das Bessere besteht: Hier werden Spezialwünsche nie als Belästigung, sondern als Herausforderung betrachtet.

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In Berlin und Hamburg stehen dem anspruchsvollen Reisenden entschieden mehr außergewöhnliche Hotels zur Verfügung als in München oder Frankfurt. Von weltläufigen Groß­stadtadressen wie dem Gastwerk (7), East (11) und Side (21) in Hamburg oder dem Wasserturm (12) in Köln ist Deutschlands südliche Hemisphäre weit entfernt.

Selbst in den Münchner Hotelklassikern ist nichts mehr zu spüren von der einstigen Grandeur. Der Bayerische Hof und das Kempinski Hotel Vier Jahreszeiten gefallen sich im konventionellen Konservatismus und liegen weit abgeschlagen auf den Rängen 33 und 38, das neue Dorint Sofitel Bayerpost (17) überzeugt nur partiell, und der Königshof (30) lässt ahnen, dass die Luxusabsteige am Stachus irgendwie nach unten sackt. Ein Jammertal mit unbekanntem Ende?

Zukunftsweisendes Glamourhotel

Nach der Eröffnung der Aufsehen erregenden „Villa Kennedy“ in Frankfurt wird der englische Hotelmagnat Sir Rocco Forte in Kürze die Hotelszene in München und Berlin aufmischen und dort je ein zukunftsweisendes Glamourhotel etablieren. Seine Hotels mögen gefallen oder nicht – er sendet ein über die Landesgrenzen wahrnehmbares Signal aus: Wir verfolgen extravagante Ideen und sind auch in der Lage, sie umzusetzen.

Gigantismus der Hotelgruppen? Diese sind jedenfalls weiterhin im Aufwind: Kempinski ist mit insgesamt sieben Edelquartieren in den impulse-Charts 2006 vertreten, Dorint Sofitel mit fünf, Radisson SAS mit vier, Lindner mit drei, The Ritz-Carlton und Steigenberger mit je zwei vorzüglichen Herbergen.

Stadthotels versuchen, dem Gast Zeit zu geben, indem sie ihm die lästigen Dinge des Lebens abnehmen. In Ferienhotels bringt der Gast Zeit mit, er ist von Grund auf entspannter und deshalb auch leichter vom Hotelpersonal abzuholen. Gut geführte Ferienhotels bieten eine individuelle Betreuung mit persönlicher Note. Sehr gute Ferienhotels strahlen eine menschliche Wärme und Geborgenheit aus und vermitteln dem Gast das Gefühl, erwünscht zu sein, statt nur erwartet zu werden.

Schwarzwaldklischees mit kreativer Freiheit

Keinem gelingt dies besser als Hermann Bareiss, visionärer Hausherr des gleichnamigen Hotels in Baiersbronn. Mit ungezwungener Natürlichkeit und strahlend charmanten Mitarbeitern bedient er zwar sämtli
che Schwarzwaldklischees, mixt jedoch dem Lokalkolorit einen kräftigen Schuss kreativer Freiheit bei, was sich sowohl in den neuen Zimmern und im kontinuierlich modernisierten Wellnessbereich als auch in der beständig einfallsreichen Küche äußert.

Der hohe Aufwand, der im Bareiss auf allen Ebenen betrieben wird, kommt mit leiser Selbstverständlichkeit – nichts geschieht überzogen und Beifall heischend. Die konsequente und wirtschaftliche Umsetzung immer wieder neuer Ideen, welche die Unternehmensführung von Hermann Bareiss prägen, spiegelt sich quer durch alle Bewertungssäulen und bringt seinem reinrassigen Ferienhotel allerbeste Noten ein.

Eine geglückte Verbindung von Architektur und Natur bietet das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm, dessen schneeweiße Gebäude schon aus der Ferne magisch strahlen. Man kommt sich vor, als wäre man auf einem anderen Planeten gelandet. 232 Millionen Euro hat die Sanierung des symbolträchtigen Kulturdenkmals und ersten deutschen Seebads bisher gekostet, bis zum G8-Gipfel im Frühjahr 2007 wird die Anlage an der mecklenburgischen Ostseeküste baulich perfektioniert sein.

Heiligendamm auf der touristischen Weltkarte

„Je mehr sich hier entwickelt, desto attraktiver wird der Ort, um eine gute Zeit zu haben, länger zu bleiben und wiederzukommen“, sagt Hoteldirektor Thorsten Dressler. Bei seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr musste er sich einiges an Kritik anhören: kein absehbarer Return-on-Investment, keine wetterfeste Verbindung zwischen den Gebäudetrakten, kaum Gäste aus dem Ausland. „Der G8-Gipfel wird Heiligendamm definitiv auf die touristische Weltkarte setzen“, prophezeit Dressler.

Das Stammgastpotenzial ist jedenfalls enorm, der „Kempinski“-Service kaum zu schlagen, die 225 Zimmer und das Spa sind ein ästhetischer Hochgenuss. Glaubt man Branchenkennern, so hat es vor Heiligendamm in ganz Deutschland kein Ferienresort gegeben, das den Vorstellungen des wohlhabenden Europa-Reisenden aus Übersee entsprochen hätte.

Oder etwa doch? Christine und Heinrich Michael Clausing beweisen in ihrem Zur Bleiche Resort & Spa (3), dass man verwöhnte Gäste auch mit deutlich niedrigeren Investitionen glücklich machen kann. Sie ge­hören zu den Menschen, die Trends so früh erkennen, dass man meinen könnte, sie hätten sie erfunden.

Vom Gewerkschaftsheim zum trendigen Wellnesshotel

Das wohl innovativste Hotelier-Paar Deutschlands plante das Resort im brandenburgischen Niemandsland, als die anspruchsvolle Reisewelt noch einen Bogen um die Gegend machte. Mitten in der schönen Natur- und Flusslandschaft Spreewald richteten die Clausings kurz nach der Wende ein zeitgemäßes Wellnesshotel in einem ehemaligen Gewerkschaftsheim ein – damals war das Wort Spa noch kaum jemandem geläufig; heute ist die „Bleiche“ das trendige Ferien­resort schlechthin.

Die Innenarchitektur verbindet modernes Lodge-Feeling mit stimmiger Landhausgemütlichkeit und ist so schick, dass internationale Design- und Lifestyle-Magazine begeistert Hochglanzbilder davon abdrucken. Die Rückkehr des Bedürfnisses nach Emotion und Sinn­lichkeit gehört ebenso zum Wohlfühl-Konzept wie das Fehlen von Regeln und Zwängen: Wer etwa sein Frühstück gerne erst um drei Uhr nachmittags einnimmt, kann dies hier ebenso problemlos tun, wie das Schwimmbad zu mitternächtlicher Stunde in vollkommener Privacy genießen.

Die mate­rielle Sterne-Frage interessiert Heinrich Michael Clausing kaum: „Bei einem Hotel geht es vor allem darum, dass man rasch in eine gewisse Schwingung kommt und sich innert kurzer Zeit aufgehoben und entspannt fühlt. Wir versuchen, dem Gast einen Gegen-Alltag aufzubauen und dabei die Region in vielerlei Hinsicht mit einzubeziehen.“

Die Traube Tonbach (4) in Baiersbronn und die Sonnenalp (5) im Allgäu überwältigen zunächst durch ihre schieren Ausmaße, den herzlichen Empfang und das unerschöpflich scheinende, weitgehend wetterunabhängige Freizeit- und Wellnessangebot.

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Auf den zweiten Blick fallen ernste Schwächen auf: der teilweise schwere Schwarzwald-Look, die unflexiblen Öffnungszeiten von Spa und Restaurants, die Monokultur der rein deutschen Kundschaft in der „Traube Tonbach“ mögen für manchen jüngeren Gast so gewöhnungsbedürftig sein wie die Tatsache, dass sich das hochrenommierte Hotel stark über sein Drei-Sterne-Lokal „Schwarzwaldstube“ positioniert, welches nur wenigen Auserwählten zugänglich ist, die Monate im Voraus reserviert haben.

Die „Sonnenalp“, die wie die „Traube Tonbach“ mit Traumquoten bei Auslastung (90 Prozent) und Stammgästen (70 Prozent) aufwartet, mag stille Genießer an eine monströse Ferienmaschine erinnern, zudem liegen die kulinarischen Darbietungen hart an der Grenze zur fantasie­losen Massenverköstigung.

Zum ultimativen Essenserlebnis gehört heute eine feine Küche aus ­besten Frischprodukten, serviert in unkompliziert gepflegtem Ambiente – wie etwa im Berliner „Grand Hyatt“ und im Hamburger „Park Hyatt“, die Gäste statt Michelin-Sterne anziehen. Manche Hotel-Bestenlis­ten stützen sich zu fest auf die Maximalbe­no­tungen der Feinschmeckerbibeln, was teilweise zu phänomenalen Rängen durchschnittlicher Hotelbetriebe mit integrierten Gourmet-Tempeln führt.

Ständiger Wandel der Gästewünsche

Stilbildende Hotelketten wie „Hyatt“, „Kempinski“ und „Ritz-Carlton“ können den ständigen Wandel der Gästewünsche und die veränderten Gewohnheiten oft besser berücksichtigen als traditionsverbundene Privathotels.

Beim aktuellen Vorzeigebeispiel, den beiden A-Rosa-Resorts in Travemünde (8) und Bad Saarow (10), ist die neue Genussformel schnell erkennbar: eine Mixtur aus informellem Luxus, Familienparadies und lifestyliger Gesundheitswelt. Horst Rahe, unser „Hotelunternehmer des Jahres“, will sich mit den A-Rosa-Resorts bewusst nicht in die Edelklasse von Heiligendamm, Baiersbronn oder Baden-Baden einreihen, sondern auf entspannten Vier-Sterne-Komfort zu entsprechend moderateren Preisen setzen und rasch auf Trends reagieren können.

Wie Rahe einst mit den Aida-Clubschiffen eine zusätzliche Klientel für die Kreuzfahrt gewinnen konnte, will er mit „A-Rosa“ den hart umkämpften Wellnessmarkt neu aufmischen und dort rasch an die Spitze vorstoßen. Die Qualität von Service und Küche sowie die Professionalität der Spa-Mitarbeiter lassen dieses Ziel realistisch erscheinen.

Vom ersten Tag an lief alles rund

Bester Newcomer in der Kategorie „Große Ferienhotels“ ist das Inter Continental Resort Berchtesgaden auf Rang sieben. Selten lief ein Hotel vom ersten Tag an so rund wie dieses, selten zeigte ein Haus so viel Mut zur Polarisierung und so viel Konsequenz in Sachen moderne Architektur. Vollblut-Gastgeber Jörg Böckeler gelingt es, ein legeres Lebensgefühl mit sublimem Service zu verbinden und mit seinem avantgardistischen Alpenjuwel eine neue Differenzierung für die Hotelgruppe „Inter Continental“ zu schaffen.

Das Problem der Ketten im Kampf um Betten: Oft will man zu viel für alle bieten statt alles für wenige. Jeder setzt auf dieselben globalen Lifestyle-Trends, die sich immer mehr gleichen und sich an den Hotels dieser Welt wie ein hartnäckiger Edelpilz niedergeschlagen haben. Vor lauter Mainstream-Design kriecht der Gast am liebsten wieder unter die Decke und hegt globalisierungskritische Gedanken.

Die hohe Zimmerzahl und die horrenden Pachtkosten zwingen die Ketten zu gnadenlosem Preisdumping und oft zur heiklen Gratwanderung zwischen Ferienresort und Tagungsstätte. Bei stolzen inhabergeführten Häusern beißen Rabattjäger hingegen auf Granit, Qualität hat seinen – eigenen – Preis.

Stadthotellerie mit Herz

Das Urteil sprechen wie immer die Gäste – sie kommen oder bleiben fern. Und sie haben gute Gründe, im Mandarin Oriental München oder im Brandenburger Hof in Be
rlin abzusteigen, unseren erst- und zweitplatzierten Klein- und Feinhäusern der Stadthotellerie, die die Herzen all jener höher schlagen lassen, für die ein Hotel mehr ist als nur ein Nachtlager. Zentralste Lage, ästhetisch herausragende Interiors und Best-of-town-Connections sind in den beiden luxuriösen City-Oasen ebenso Standard wie die sprichwörtliche Wärme und Herzlichkeit des gesamten Teams.

Neben einem erkennbaren Gesamtkonzept und der Wohnqualität eines Hotels wird es immer wichtiger, die Geschichte derjenigen zu spüren, die das Hotel betreiben. „Die Menschen wollen aus ihrer Uniformität geholt und überrascht werden, immer wieder“, ist Andreas Pflaum überzeugt.

Sein legendäres Pflaums Posthotel (3) im fränkischen Pegnitz emotionalisiert den Gast wie kaum ein anderes Hotel im Land und führt vermeintliche Gegensätze zu einem verblüffend organischen Ganzen zusammen. Es fasziniert mit „Zimmern aus dem 18., 20. und 30. Jahrhundert“ sowie mit perfekt ausgestatteten Seminarräumen, die nichts von der sterilen Anmutung tradierter Tagungshotels haben und zum Anders- und Querdenken inspirieren.

Wer zum Tagen ins Camp Reinsehlen (4) in der Lüneburger Heide oder ins Kloster Hornbach (5) im Zweibrücker Land kommt, sucht mehr als hochwertige Seminarmöglichkeiten. Wer hierher reist, bucht die einzigartige Atmosphäre, die diesen Orten innewohnt.

„Kloster Hornbach“ kombiniert die raue Schönheit des ehemaligen Benediktinerklosters mit fröhlicher Modernität und eleganter Transparenz. „Camp Reinsehlen“ erinnert mit seinen fließenden Übergängen zwischen drinnen und draußen und der exotisch anmutenden Naturlandschaft an eine südafrikanische Lodge.

Kein Zaun, kein Hochspannungsmast, kein Autoverkehr, man glaubt sich – nur eine knappe Autostunde von Hamburg entfernt – in einem Camp in ferner Wildnis. Eigentlich fehlen nur die Giraffen. Dafür organisiert das Hotel Jeep-Safaris, Nacht-Exkursionen und teamorientierte Outdoor-Adven­tures, um andere Blickwinkel unternehmerischen Denkens zu erfahren.

Die Nähe zur Natur ist in vielen Tagungs- und Seminarzentren ausschlaggebend: Ausgezeichnete Retraiten wie der Golf & Vitalpark Bad Waldsee (7), das Kleine Meer (9), das BBW Kommunikationszentrum (17), Schloss Marbach (21) oder Gut Gremmelin (24) sind stimulierende Orte für Schulungen, Gedanken- und Mei­nungsaustausch. Dies umso mehr, als sich so das Nützliche auf nachhaltige Weise mit dem Genießerischen verbinden lässt und bei der Betreuung der Tagungsteilnehmer auf ein Know-how zurückgegriffen wird, das selbst verwöhnteste Trainer zum Schwärmen bringt.

Lifestyle-Variante eines Kur- und Gesundheitshotels

Das Erfolgsrezept kleiner Inseln der Gastlichkeit besteht darin, nicht äußerlich aufzutrumpfen, sondern mit Inhalten zu überzeugen. Das Boll Ant’s im Park im rheinländischen Bad Sobernheim, unserem Sieger in der Kategorie der kleinen Ferienhotels, ist die moderne Lifestyle-Variante eines Kur- und Gesundheitshotels mit vielen strahlenden Gesichtern und einer liebevollen Hinwendung zum Detail. Auf den Zimmern herrscht pure Wohnlust, bei der Ausgestaltung des schmucken Häuser-Ensembles in nostalgisch-verträumter Parklandschaft ließ die Gastgeberfamilie Bolland ihrer Kreativität freien Lauf, gemäß der Maxime „My home is my hotel“.

Viel Gefühl für den Gast und Gespür für zeitgemäße Behaglichkeit und architektonische Integrität beweisen auch das Fährhaus (2) auf Sylt, das Vitalhotel Alter Meierhof (5) in Glücksburg und das Seehotel am Neuklostersee (3). Letzteres unterstreicht – zusammen mit den Hotelperlen Burg Schlitz (4) in Hohen Demzin, Meerlust (9) in Zingst und Schloss Lütgenhof (13) in Dassow sowie Gutshaus Ludorf (16) in Ludorf/Müritz -, dass Mecklenburg-Vorpommern auf der Gewinnerseite liegt und mit vielfältigen Rezepten und trendsetzenden Hideaways überrascht, um Deutschlands Hotellerie auf den Wachstumspfad zurückzuführen.

Nachmachbar? Ja, natürlich. Schon der Versuch ist so viel wert wie Gold.

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