Diverses Chefrente in Gefahr

Zahlreiche Firmeninhaber sind durch die Krise vom Verlust ihrer betrieblichen Altersvorsorge bedroht. Geht die Firma pleite, verlieren Unternehmer mitunter sämtliche Ansprüche.

Die
Betriebsrenten
der Eigentümer
– meist handelt es sich
um sogenannte Pensions- oder
Direktzusagen – sind oft
nur unzureichend für den
Insolvenzfall
abgesichert.

Das Hauptproblem: Nahezu
85 Prozent aller Pensionszusagen
verwalten die Unternehmen
im eigenen Hause,
hat das Beratungsunternehmen
Watson Wyatt Heissmann
in einer Studie ermittelt.
Bei dieser sogenannten
Innenfinanzierung aber werden
die Altersgelder zumeist
aus dem laufenden Geschäft
heraus finanziert. Der Grund:
In der Regel bilden die Unternehmen
keine ausreichenden
Rücklagen.

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Eine Untersuchung
der Beratungsfirma
Pension Capital ergab, dass
jede zweite GmbH für weniger
als ein Viertel der Pensionszusagen
Rücklagen gebildet
hat, nicht selten gar
keine. Gerät die Firma dann
in Schwierigkeiten, ist die Zusage
kaum noch etwas wert.
Denn anders als das Ruhegeld
für Manager, die keine Firmenanteile
halten, ist die Betriebsrente
der Firmeninhaber
nicht durch den Pensionssicherungsverein
geschützt.

Ist die Rente indes durch eine
Rückdeckungsversicherung
oder sonstige Vermögenswerte
gedeckt, greift im
Pleitefall häufig der Insolvenzverwalter
zu. Denn die
Kapitale fallen in die Insolvenzmasse
– wenn nicht richtig
vorgesorgt wird.
So muss die Rückdeckung an
den Chef verpfändet sein.

„Doch selbst dann ist die
Pension mitunter noch nicht
insolvenzsicher“, warnt Manuela
Haimerl, Vorstand der
Konzept AG, die Lösungen
für die betriebliche Altersvorsorge
entwickelt. Neun
von zehn Verträgen, schätzt
Haimerl, wären fehlerhaft.
Einer der häufigsten Mängel:
Die Verpfändung an den Manager
gilt nur für den Fall
der Insolvenz. Das aber ist
nicht zulässig. Der Kontrakt
muss immer greifen, wenn
die Firma nicht zahlt, egal
weshalb.

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