Diverses Clement-Rauswurf: Keine Macht den Ignoranten

Dirk Horstkötter: Ressortleiter Politik

Dirk Horstkötter: Ressortleiter Politik© Rudolf Wichert

Wolfgang Clement soll aus der SPD fliegen - und der Ortvereinsvorsitzende von Bochum-Hamme wähnt sich am Ziel: "So sollte man mit jedem umgehen, der der Partei schadet." Schaden? Wir wollen nicht unnötig Öl ins Feuer kippen: Aber eigentlich wäre das ein Ausschlussgrund, findet impulse-Redakteur Dirk Horstkötter. Wegen politischer Ignoranz.

Wenn heute die Becks, Nahles und Steinmeiers zu Recht reklamieren, dass der Job-Boom der vergangenen Jahre zu guten Teilen auf das SPD-Konto geht, dann muss in der Reihe der zu Ehrenden Wolfgang Clement weit vorne stehen. Er hat die Hartz-Gesetze durchgeboxt und trotz mancher verkorkster Elemente (Jobcenter) einem neuen Prinzip auf dem Arbeitsmarkt zum Durchbruch verholfen: Nichtstun geht nicht mehr.

Natürlich hat der Polit-Pensionär Clement in den vergangenen Monaten gegen seine SPD gestänkert. Aber mal nüchtern betrachtet: Sein Hinweis, den Atomausstiegsbeschluss zu überdenken, ist doch nicht wirklich revolutionär – so ticken inzwischen viele Sozialdemokraten, sie halten aus Parteiräson nur die Klappe. Und seine Watsche für die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti war die unfeine Art – aber wahrlich nicht wahlentscheidend.

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Die in Bochum-Hamme hätten viel Schaden von der SPD abwenden können, wenn Sie vor dem Ausschlussantrag eine Anleihe bei ihrem VFL Bochum genommen hätten. Da gibt es zuweilen auch Spieler, die mal gegen Trainer oder Verein pöbeln. Das hat meist eine Gardinenpredigt in der Kabine zur Konsequenz und vielleicht eine Strafe. Aber am Samstag ist der Stänkerer auf dem Platz.

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