Diverses Clever Aufträge im Internet ersteigern

In der Krise sind Aufträge rar, immer mehr Unternehmer suchen online - da werden sie auf Portalen wie Myhammer oder Blauarbeit fündig. Sie sollten sich jedoch nicht unter Wert verkaufen - eine kleine Hilfestellung.

Fliesen legen, Wände streichen, Fenster einsetzen. Wer solche Handwerksdienste anbietet, der kann auf Portalen wie Jobdoo (www.jobdoo.de), Undertool (www.undertool.de), Myhammer (www.myhammer.de) oder Blauarbeit (www.blauarbeit.de) Aufträge finden. Das Prinzip ist einfach: Die Communities funktionieren wie Ebay, nur rückwärts. Handwerker oder Dienstleister bewerben sich um Aufträge, die in den Portalen zu einem Mindestpreis ausgeschrieben sind. Um nun den Zuschlag zu bekommen, unterbieten sich die Handwerker. Ist eine Auktion beendet, kann der Auftraggeber sehen, wer seine Dienste zum günstigsten Preis anbietet. Er entscheidet dann selbst, wen er engagiert. Zwei Drittel der Aufträge gingen dabei nicht an den Niedrigstbietenden, erfolgreicher seien Handwerker mit guten Bewertungen, teilt Myhammer mit. Grundsätzlich sind Gebote verbindlich, Handwerker schließen mit dem Portalbetreiber sowie mit dem Auftraggeber einen Vertrag.

Gerade in der Krise haben Auktionsportale Konjunktur. Etwa eine Million User zählt Branchenprimus Myhammer derweil, davon sind 200.000 Handwerker. Laut einer Studie vom Deutschen Institut für Service-Qualität bietet das Portal Blauarbeit insgesamt den besten Service. Rang zwei belegte MyHammer gefolgt von Undertool. Das Institut nahm sieben Handwerksauktionsportale unter die Lupe. Unter anderem wurde getestet, wie die Anbieter auf Email-Anfragen reagieren. Darüber hinaus überprüften die Tester das Leistungsangebot der Handwerkerauktionen. Bei 50 Prozent der Anbieter fallen keine Gebühren für die Handwerker an. Die andere Hälfte erhebt vom Auftragnehmer eine Provision zwischen zwei und vier Prozent.

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Skepsis bei Handwerkskammern

Handwerkskammern beäugen die Auftragsvergabe per Onlineausschreibung zum Teil mit Skepsis. „Der Betrieb muss genau wissen, zu welchem Preis er seine Leistungen anbieten kann und will“, sagt Jens Christopher Ulrich von der Handwerkskammer München.

Häufig bestehe die Gefahr, dass sich Handwerker unter Wert verkaufen. Dies könne zu einem Preisverfall führen. Ulrich sagt auch, dass Unternehmer von Communities à la Myhammer profitieren können. Gerade Start-Ups könnten im Web erste Aufträge an Land ziehen. Zudem ist es Unternehmen möglich, mithilfe von Online-Portalen Auftragsflauten teilweise abzufedern.

Auch Markus Hamer vom Deutschen Institut für Service-Qualität sagt, dass sich Auftragnehmer nicht unter Wert verkaufen sollten. Wenn es einer Firma jedoch schlecht geht, seien Auftragsportale eine gute Möglichkeit, um zeitweise mit Deckungsbeiträgen Engpässe zu überbrücken. Für den richtigen Umgang mit den Portalen müsse der Nutzer einige Details beachten:

Transparenz und Treuhand

„Je mehr Transparenz, desto besser“, sagt Hamer. Damit meint er, dass Dienstleister möglichst genau beschreiben sollten, was sie für Fähigkeiten mitbringen. Profile können zum Beispiel mit Fotos eigener Arbeiten, mit dem Meisterbrief oder anderen Auszeichnungen bespickt werden.

Hamer empfiehlt zudem, solche Portale zu wählen, die über eine Treuhand-Funktion verfügen. Also ein Konto, auf dem die Auftragsgelder hinterlegt werden können. Jobdoo sowie Work5 (www.work5.de) verzichten auf so ein Konto. Die anderen fünf Betreiber bieten diese Funktion an.

Weitere Tipps von Niels Genzmer von Myhammer: Neben einem sorgfältig ausgefüllten Profil, sollten Unternehmer schauen, welche Aufträge für sie in Frage kommen. Diese Suche erleichtert das „Auftragsradar“. User werden per Email benachrichtigt, wenn es für sie passende Aufträge gibt. Wichtig sei auch, so Genzmer, stets nachzufragen, wenn Dinge unklar sind. Der Handwerker sollte etwa genau kalkulieren, wie weit er fahren muss und ob die Aufträge für den veranschlagten Preis auch wirklich zu realisieren sind. Wer sich trotz Nachfrage nicht sicher ist, sollte zusätzlich ein Treffen vor Ort mit dem Auftraggeber vereinbaren.

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