Diverses Commerzbank bekommt Dresdner billiger

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Die Hängepartie um die Dresdner Bank ist beendet: Die Commerzbank und die Dresdner-Mutter Allianz wickeln das Geschäft schneller ab als geplant. Besonders die Commerzbank-Aktionäre können sich freuen: Der Kaufpreis ist deutlich niedriger.

Die Commerzbank zieht die Komplett-Übernahme der Dresdner Bank um rund ein halbes Jahr vor – zu deutlich besseren Konditionen. Der Kaufpreis liegt nun bei rund 5 Milliarden Euro – das ist nur die Hälfte der Summe, die ursprünglich angepeilt war. Zudem bezahlt das Unternehmen nicht mit eigenen Anteilen, sondern in bar. Eine Kapitalerhöhung entfällt damit. Börsianer reagierten euphorisch auf die Nachricht: In der Spitze legte die Commerzbank-Aktie um mehr als 19 Prozent zu, später notierte sie mit 14 Prozent im Plus.

„In der aktuellen Situation an den Finanzmärkten ist eine beschleunigte Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank vorteilhaft für alle Beteiligten“, teilte der Versicherer Allianz, der bislang die Anteile hält, am Donnerstagabend mit.

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Vor allem Mitarbeiter und Kunden würden davon profitieren, dass es nun keinen langen Übergangsprozess gebe, sondern die neue Commerzbank schnell handlungsfähig sei. Durch die Fusion Commerzbank/Dresdner entsteht hierzulande nach der Deutschen Bank ein zweiter Bankenriese mit einer Bilanzsumme von über 1100 Milliarden Euro und elf Millionen Privatkunden.

Commerzbank schließt über 300 Fillialen

Für den 40-prozentigen Restanteil zahle die Commerzbank 1,4 Milliarden Euro in bar an die Allianz, teilte die Bank am Abend mit. Bislang war vorgesehen, dass die Commerzbank die restlichen Anteile mit eigenen Aktien bezahlt. Das entfällt nun. Damit wird die Allianz künftig auch nur 18,4 Prozent an der Commerzbank halten statt der ursprünglich geplanten 30 Prozent. Nach Angaben der Allianz einigten sich beide Seiten am Donnerstag auf den Verzicht des bislang geplanten Risikoschirms für spezielle Anlagen. Dafür zahle die Commerzbank der Allianz eine Kompensation von 250 Millionen Euro.

Die Commerzbank teilte mit, sie werde die restlichen Anteile „bereits im Januar 2009“ übernehmen. Die Allianz schrieb in ihrer Pressemitteilung indes, die Commerzbank erwerbe „sofort“ 100 Prozent an der Dresdner. Eigentlich war die vollständige Übernahme erst für das zweite Halbjahr 2009 geplant.

Neben der Fondsgesellschaft Cominvest und dem 15-jährigen exklusiven Vertriebsabkommen erhalte die Allianz für die Dresdner somit 3,215 Milliarden Euro in bar sowie 163,5 Millionen Aktien der Commerzbank, teilte die Allianz mit. Cominvest ist bei dem Geschäft mit 700 Millionen Euro bewertet.

Bei Bekanntgabe der Übernahmepläne Anfang September hatte es geheißen, von den insgesamt knapp 67.000 Arbeitsplätzen bei beiden Banken würden 9000 gestrichen, 6500 davon in Deutschland. Zudem schließt die Commerzbank bis 2012 über 300 der gut 1500 Filialen. Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden.

Allianz hat ihr Ziel nicht erreicht

Für die Allianz endet damit ein siebenjähriges Engagement, das sie Milliardensummen kostete und von Beginn an die Erwartungen nicht erfüllte. Die Allianz hatte die ehemalige Nummer zwei am deutschen Bankenmarkt 2001 für 24 Milliarden Euro gekauft mit der Vision, einen Allfinanzkonzern zu schaffen.

Ursprünglich war bei Bekanntgabe der Übernahme im September geplant, dass die Commerzbank fast 10 Milliarden Euro für die Dresdner zahlt. Damals wurde die Commerzbank-Aktie an der Börse aber noch mit rund 20 Euro gehandelt. Aktuell liegt der Kurs nur noch bei knapp sieben Euro.

Bereits Ende August hatte die Commerzbank die Übernahme von 60 Prozent der Dresdner Bank bekanntgegeben. Für die restlichen 40 Prozent sollte die Allianz bei unveränderten Wertverhältnissen rund 151,5 Millionen Commerzbank-Aktien erhalten. Diese Aktien wurden nun nicht ausgegeben, hieß es in der Mitteilung. Auch die für Anfang 2009 vorgesehene Verschmelzungshauptversammlung der Commerzbank entfalle.

Die Vereinbarung mit der Allianz steht noch unter Gremienvorbehalt und bedarf der behördlichen Zustimmungen.

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