Diverses Commerzbank sucht staatlichen Schutz

© dpa

Die Commerzbank sucht Schutz bei der Bundesregierung: Nach einem Verlust im dritten Quartal versucht das Institut, mit Hilfe des staatlichen Rettungspakets sein Kapital aufzubessern.

Die Commerzbank vereinbarte mit dem von der Bundesregierung eingerichteten Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) eine Kapitalspritze in Form einer „stillen Einlage“ über 8,2 Milliarden. Euro. Das teilte das Institut am Montag mit. Damit erhöht die Privatbank ihre Kernkapitalquote von 7,6 auf 11,2 Prozent. Außerdem räumt der Fonds dem Institut bis 2012 eine Garantie für Schuldverschreibungen über 15 Milliarden Euro ein.

Staatsgelder hieven Commerzbank auf internationales Finanzniveau

Anzeige

Für die staatliche Unterstützung zahlen Manager und Aktionäre der Commerzbank einen hohen Preis: 2009 und 2010 wird die Bank keine Dividenden ausschütten dürfen, Vorstandssprecher Martin Blessing darf maximal eine halbe Million Euro im Jahr verdienen (derzeitiges Fixgehalt: 480.000 Euro pro Jahr), Boni sind für 2008 und 2009 ganz verboten.

Durch den Einstieg des Staates ist die Eigenkapitalausstattung vieler Banken in den USA und Großbritannien über das bisherige Niveau – und über die Kernkapitalquoten deutscher Banken – gestiegen. Mit der Staatseinlage komme die Commerzbank nun wieder auf das Niveau ausländischer Konkurrenten, teilte das Institut mit. Für die Zukunft peilt die zweigrößte deutsche Bank eine Kernkapitalquote von sieben bis neun (bisher sieben bis acht) Prozent an.

Bundesfinanzministerium: „Verantwortungsvoller Schritt“

Im dritten Quartal hatte die Commerzbank einen Verlust von 285 Millionen Euro erlitten. 2007 Jahr hatte die Bank noch 339 Millionen Euro Gewinn eingestrichen. „Die Auswirkungen der sich im September nochmals verschärfenden Finanzkrise belasteten das Quartalsergebnis in den Einheiten Corporates & Markets und Public Finance Treasury, die im dritten Quartal erstmals auch zusammengefasst ausgewiesen werden, mit insgesamt 989 Millionen Euro“, sagte ein Banksprecher. „Insbesondere schlugen sich hier der Lehman-Ausfall (357 Millionen Euro) und das Island-Moratorium (232 Millionen Euro) nieder.“

Das Bundesfinanzministerium bezeichnete die Entscheidung der Commerzbank am Montag als „verantwortungsvollen Schritt. Das stärkt die Bank und schützt Anteilseigner und Arbeitnehmer“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Bisher hatten nur BayernLB und Hypo Real Estate angekündigt, die Staatshilfe in Anspruch zu nehmen. WestLB und HSH Nordbank beraten an diesem Montag über eine solche Schritte.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...