Diverses Da kommt Freude auf – aber nur ein bisschen

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer© Florian Schwinge

Ab heute arbeiten Steuerzahler für den eigenen Geldbeutel. Rein rechnerisch sind die Abgaben an den Staat für dieses Jahr geleistet - ein paar Tage früher als noch 2007. Nach Feiern ist impulse-Redakteur Reinhard Klimasch am Gedenktag der Steuerzahler aber nicht zumute. Denn: Die Probleme sind größer als die Fortschritte.

Heute ist Steuerzahlergedenktag. Ein guter Tag, und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Ab jetzt arbeiten die Bundesbürger in die eigene Tasche. Zweitens: Der Gedenktag findet in diesem Jahr fünf Tage früher statt als im Vorjahr. Heißt: die Einkommensbelastungsquote, die das Karl-Bräuer-Institut des Bundes der Steuerzahler alljährlich ermittelt, sinkt von 52,4 Prozent voraussichtlich auf 51,7 Prozent.

Der Fortschritt ist freilich bescheiden. Denn Unternehmern und Arbeitnehmern bleibt im Durchschnitt nicht einmal die Hälfte des erwirtschafteten Einkommens übrig. Damit ist die Steuer- und Abgabenquote der Bundesrepublik im internationalen Vergleich weiterhin auf Hochplateau. Was zu geschehen hat, ist klar. Berlin muss im ersten Schritt endlich die heimlichen Steuererhöhungen abbauen. Für mehr Wachstum und Beschäftigung braucht es im zweiten Schritt allgemeine Steuersenkungen – ohne Gegenfinanzierung. Das sei durchaus möglich, sagen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Berlin müsse nur zu Haushaltsdisziplin zurückfinden und mehr Ehrgeiz beim Abbau von Subventionen entwickeln. Dann könnte der Steuerzahlergedenktag künftig ein richtiger Freudentag sein.

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