Diverses „Dafür braucht es kein neues Gesetz“

Hans Heinrich Driftmann, Unternehmer und seit Ende März als Nachfolger von Ludwig Georg Braun Präsident des Deutschen Industrieund Handelskammertags (DIHK), kritisiert die neuen Regeln zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung.

Werden sich aufgrund der neuen Vorschriften
künftig mehr Arbeitnehmer an
Unternehmen beteiligen?

Nein. Das neue Gesetz bietet sowohl für
Unternehmen
als auch für deren Mitarbeiter
eher dürftige Anreize. Die beschlossene
Regelung
ist zu unflexibel.

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Aber stärkere Mitarbeiterbeteiligung
müsste doch in Ihrem Interesse liegen?

Es hat schon immer Wege gegeben, Mitarbeiter
zu beteiligen, etwa durch ganz normale
Gewinnbeteiligungen. Dafür brauchte es
kein neues Gesetz.

Was sind für Sie die größten Kritikpunkte?

Wichtig wäre gewesen, nicht alle Mitarbeiter
über einen Kamm zu scheren. So hätte die
Möglichkeit zur Beteiligung etwa an die Dauer
der Betriebszugehörigkeit gebunden werden
können. Oder an leistungsorientierte
Zielvereinbarungen. Sinnvoll wäre es generell
gewesen, die unteren Einkommen stärker
zu entlasten – und zwar noch stärker, als es
das Konjunkturpaket II vorsieht.

Was hätte das gebracht in puncto Mitarbeiterbeteiligung?

Jeder Mitarbeiter hätte einen Spielraum,
selbst über die Verwendung seiner zusätzlichen
Mittel zu entscheiden. So könnte er
etwa
Belegschaftsaktien kaufen oder dem
Betrieb ein Darlehen überlassen.

Vorgesehen sind auch indirekte Beteiligungen
der Mitarbeiter über Fonds. Eine
Alternative?

Überhaupt nicht. Die sogenannten Mitarbeiterbeteiligungsfonds
sind viel zu kompliziert.
Und sie sind riskanter als etwa Aktienfonds,
die ihr Kapital breit streuen können.

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