Diverses Das Ende von Raum und Zeit

Wenn die zierliche Primaballerina scheinbar schwerelos durch die Luft schwebt, ihr Geliebter sie herumwirbelt, auffängt und im Arm hält, schlagen nicht nur die Kinderherzen im Publikum höher. Ballett ist Schönheit, Eleganz, Ästhetik zugleich - und jetzt im Rahmen der Ballettwoche des Bayerischen Staatsballettes in München bewundern. In der Zeit vom 28. April bis zum 5. Mai werden Tanzfreunde aus aller Welt in Deutschlands Süden gelockt.

Zur Eröffnung feiert das Ballett „Das Lied von der Erde“ am Samstag, 28. April, Premiere. Bereits 1965 kreierte Kenneth MacMillan diese Choreografie zu Gustav Mahlers Sinfonie mit gleichem Titel. Das Ergebnis voll emotionaler Tiefe und Dramatik setzte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Maßstäbe in der Welt des Balletts. Gut 40 Jahre später ist der optische Leckerbissen nun in München zu bestaunen.

Weiteres Highlight des Programms ist die Neueinstudierung des „Chamber Symphony“, einem Ballet von Lucinda Childs zur gleichnamigen Musik von John Adams. Die US-Amerikanerin Childs gilt als Protagonistin des Post-Modern-Dance und Wegbereiterin des Minimal Dance. Heute ist sie eine Ikone des internationalen Balletts und kreiert Werke für die großen Compagnien der Welt.

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„Chamber Symphony“ entwarf sie 1994 eigens für das Bayerische Staatsballett. Eine fließende Bewegungsfolge voll aufmüpfiger Abweichungen und minimalen Differenzierungen von traditioneller Symmetrie sind charakteristisch für das Stück. Es wurde eigens für die Ballettwoche 2007 neu einstudiert. Die Choreografie beschränkt sich nicht auf die gängige Zentralperspektive einer Theaterbühne.

Im Gegenteil: Der Raum wird zu allen Seiten hin förmlich gesprengt und ins Unendliche erweitert. Die Tänzer fliegen aus dem Sichtbaren hinaus und wieder hinein ins Blickfeld des Publikums. Weiße Farbe und durchsichtige, fließende Stoffe der Kostüme von Ronaldus Shamask unterstreichen hierbei die scheinbare Grenzenlosigkeit des Tanzes.

Am Sonntag, 29. April, veranstaltet die Heinz-Bosl-Stiftung gemeinsam mit der Ballett-Akademie München eine tänzerische Matinee. Während dieser kleinen Gala zeigen die Tänzer Stücke aus ihrem klassischen Repertoire sowie Elemente zeitgenössischer Choreografien.

Tanz ist Kommunikation, die keine Worte braucht. Es reichen fließende Bewegungsfolgen, harmonische oder dissonante Töne und ein Paar Spitzenschuhe zur interkulturellen Verständigung. Dies unterstreicht das Gastspiel des Bolschoi-Balletts aus Moskau. Das Ensemble führt an drei Tagen während der Ballettwoche die Choreografie „Don Quixote“ von Marius Petipa zu Musik von Ludwig Minkus auf.

Eintrittskarten kosten zwischen fünf und 88 Euro. Sie sind entweder telefonisch unter 089/21851920 oder im Internet erhältlich.

www.bayerisches.staatsballett.de

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