Diverses Das Kraftwerk

Mit einer beachtlichen Menge Energie und Beharrlichkeit hat Michael Stoschek aus dem Fenster­heber-Werk seines Großvaters einen Weltmarktführer geformt. Exklusiv in impulse: die Erfolgsstory.

Von visionären Zielen hält der Brose-Chef nicht viel. „Das Unternehmen muss einfach versuchen, in jeder Funktion perfekte Arbeit abzuliefern“, meint Michael Stoschek lakonisch, „und wenn vom Inhaber bis zum Pförtner alle mitziehen, entstehen Spitzenprodukte und optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Für den 1908 gegründeten Autozulieferer mit Zentralsitz in Coburg zahlt sich das spröde Credo offenbar aus. Seit 1971 hat Stoschek als geschäftsführender Gesellschafter den Umsatz des Familienkonzerns verhundertfacht. Für dieses Jahr kündigt die Brose-Gruppe, die ihr Geld vor allem mit dem mechatronischen Innenleben von Autotüren und -sitzen verdient, 2,2 Milliarden Euro Umsatz an. Verlustjahre seit Gründung: null. Aktuelle Bankschulden: null.

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Beste Voraussetzungen also für den seit 34 Jahren amtierenden Patriarchen, den geordneten Rückzug anzutreten, um die Geschicke der Firma in jüngere Hände zu legen. Und auch dieses Feld hat der leidenschaftliche Rallye-Fahrer, obwohl gerade mal 57, perfekt bestellt: Am 1. Januar übernimmt Geschäftsführungskollege Jürgen Otto, 40, die Gesamtleitung. Otto ist seit 15 Jahren an Bord, derzeit für eines der vier Konzernstandbeine (Sitzverstellungen) verantwortlich. Und mit dem Vorgänger in spe nicht verwandt und nicht verschwägert.

„Diese Kombination aus Top-Performance und Weitsicht ist selbst für die erste Liga der Eigentümerdynas­tien beispielhaft“, würdigt Professor Peter May den Coburger Firmenchef. Seine Intes Akademie und impulse haben Michael Stoschek soeben wegen herausragender Leistungen als Firmen- und Clanchef zum „Fami­lienunternehmer des Jahres 2005“ gekürt.

Tatsächlich hat Stoschek den Stabwechsel jahrelang vorbereitet („Die Geschichte starker Unternehmensführer endet leider häufig mit einer missglückten Nachfolge.“). Der Ehrgeiz, um jeden Preis die Sprösslinge ans Ruder zu hieven, ist ihm fremd. Tochter Julia, 30, macht sich nach ihrem Einser-Examen in Automobilwirtschaft einen Namen als Kunstsammlerin. Und Maximi­lian, 27, war fünf Jahre bei Brose tätig. Jetzt macht der Deutsche Vizemeister im Hubschrauberfliegen als Pilot sein Hobby zum Beruf. Dem Vater ist’s recht.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 12/2005, Seite 60, nachlesen.

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