Diverses Das richtige Sicherheitskonzept

impulse.de verrät, wie sich Freiberufler wie Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater oder Makler richtig schützen.

Wofür Freiberufler haften

Grundsätzlich haftet jeder Freiberufler dafür, dass er seinem Vertragspartner eine vertragsgemäße Leistung erbringt. Das bedeutet bislang: Im Schadenfall musste der Freiberufler seinen Auftraggeber so stellen, als hätte er sich pflichtgemäß verhalten und ihm Vertrauensschaden ersetzen.

Anzeige

Das im Januar 2002 in Kraft getretene Schuldrechtmodernisierungsgesetz aber hat die Haftungsgrundlagen verändert. Nach den Paragraphen 280 und folgende im Bürgerlichen Gesetzbuch kann es zu Haftungsverschärfungen kommen.

Ausreichende Absicherung

Ein Freiberufler muss sich die Frage stellen, welches Risiko er trägt, wenn ihm bei Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit schuldhaft ein Fehler unterläuft. Das heißt: Wie hoch ist der Schaden, der meinem Mandanten entsteht oder demjenigen, der die Dienstleistung erhält.

Daneben gibt es noch ein individuelles Sicherheitsbedürfnis des Einzelnen. Ein Versicherungsnehmer möchte den Maximalschaden versichern, ein anderer geht davon aus, dass nur maximal 50 Prozent schief geht. Letztendlich handelt es sich um eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Denn in aller Regel sind die finanziellen Mittel begrenzt, die ein Freiberufler für Versicherungen auszugeben bereit ist.

Für die Berufsgruppe der Anwälte mit normalen Mandanten beispielsweise wird eine Deckungssumme von einer Million oder zwei Millionen Euro ausreichen. Werden jedoch Industriemandate betreut, muss beurteilt werden, welche Werte dahinterstehen. Dann sind die Deckungssummen entsprechend auf 10 Millionen Euro oder mehr zu erhöhen. Insbesondere bei den Großkanzleien gibt es sehr hohe Deckungssummen. Zunehmend wird auch dazu übergegangen, einzelne Mandate mit einer separaten hohen Deckungssumme abzusichern.

Kostengünstiger Versicherungsschutz

Es gibt Berufsgruppen, die die Versicherer bereits nach einem bestimmten Prämienraster tarifieren. Zu diesen Standardrisiken gehören beispielsweise die Kammerberufe. Jedes Mitglied ist verpflichtet, eine Berufshaftpflicht-Versicherung abzuschließen. Wenn eine größere Anzahl von standardisierten Verträgen zusammenkommt, kann ein Versicherer den Deckungsschutz normalerweise preiswerter anbieten als bei Einzellösungen.

Gelegentlich nutzen einzelne Versicherer bei bestimmten Berufsgruppen besonders niedrige Prämien, um einen schnellen Markteintritt realisieren zu können. Kleinere Versicherer, die nicht das notwendige Know-how mitbringen, um Risiken der Versicherungsnehmer im Bereich Vermögensschadenhaftpflicht prüfen zu können, könnten Gefahr laufen, sich bei der Prämienkalkulation zu verschätzen.

Einige Versicherer konzentrieren sich verstärkt auf bestimmte Berufsgruppen und entwickeln speziell auf deren Anforderungen zugeschnittene Versicherungslösungen. Die Axa Versicherung beispielsweise unterbreitet einigen Berufsgruppen besonders attraktive Angebote nämlich Immobilienmaklern, Rechtsanwälten, Insolvenzverwaltern, Sachverständigen und Gutachtern, Versicherungsvertreter sowie Verwaltern für Häuser, Grundstück und Wohnungseigentum.

Verträgen mit ausländischen Kunden

Die Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung gilt in der Regel nur für Deutschland. Auf Nachfrage lässt sich der Schutz jedoch mit einem entsprechenden Prämienaufschlag auch auf die anderen EU-Länder und auf die Schweiz erweitern.

Wenn ein Freiberufler eine Auslandstätigkeit durchführt, ist sein Risiko naturgemäß größer. Er unterliegt im Schadenfall regelmäßig dem ausländischen Recht, das zuweilen umfangreichere Entschädigungen vorsieht.

Zudem kommen bei der Schadenbearbeitung auf den Versicherer höhere Kosten zu, weil er beispielsweise einen ausländischen Anwalts hinzuziehen muss. Es geht der Versicherungsgesellschaft deshalb darum, das Risiko kalkulierbar zu halten.

Wenn ein Freiberufler viel mit europäischen Partnern zusammenarbeitet, sollte er deshalb einen international agierenden Versicherer wählen. Die Axa beispielsweise verfügt über ein gut funktionierendes Netzwerk in mehr als 60 Ländern.

Dienstleistungen per Internet

Über welchen Weg ein Freiberufler seine Leistung erbringt, macht versicherungsmäßig keinen Unterschied er kann sie persönlich vor Ort erbringen, übers Telefon oder übers Internet. Aber wenn jemand beispielsweise Beratung übers Internet durchführt und dabei auch mit vertrauliche Daten umgeht, ist er natürlich verpflichtet, alle Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, damit Unbefugte keinen Zugang zu den Daten erhalten.

In den Vertragsbedingungen ist das Internet als Kanal für die Erbringung von Dienstleistungen nicht ausgeschlossen. Bei bestimmten Berufsgruppen ist bereits im Vorwege klar, dass mit dem Medium Internet gearbeitet wird. In diesem Fall wird dieser Punkt im Rahmen der Risikoabschätzung natürlich auch berücksichtigt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...