Diverses Dem Nutzer auf der Spur

Große Webseiten-Betreiber sammeln Daten über ihre Besucher per Software. Wie auch kleinere Firmen dieses Know-how anzapfen.

Auf vielen Webseiten regiert noch der Zähler. Mit jedem Besucher springt die Anzeige eins höher. „Und je größer die Zahl in einem bestimmten Zeitraum, desto besser ist das Angebot offenbar“, umschreibt Harald Summa, Vorsitzender des Verbands der Internetwirtschaft, einen verbreiteten Irrtum.

Denn wer seinen Webauftritt im Vertrieb oder bei der Kundenakquise als strategischen Wettbewerbsvorteil einsetzt, den sollten andere Fragestellungen interessieren: Woher kommen die Surfer auf meinen Seiten? Wie lange bleiben sie? An welcher Stelle brechen sie am häufigsten eine Transaktion ab? „Das kann nur spezielle Analyse-Software beantworten“, sagt Bob Chatham, Software-Experte der Analysten von Forrester Research.

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Bislang konnten es sich vornehmlich Großunternehmen leisten, ihre Webangebote mit Hilfe derartiger Spezialprogramme zu tunen und so komplexe Prozesse besser und günstiger zu steuern. Jetzt ziehen Mittelständler nach. Konsolidierung im Kreis der Anbieter sowie neue, günstige Programme machen die Werkzeuge erschwinglich. Clou: Vielfach wird die Software zur Miete angeboten.

Aber auch die Analyse-Technologie hat zugelegt. So begnügten sich frühere Programme mit der Untersuchung der so genannten Logdateien. In diesen Dokumenten protokolliert der Webserver jeden Seitenabruf minu­tiös. Aktuelle Werkzeuge wie etwa Apa­go gehen einen Schritt weiter und kombinieren klassische Logfile-Analyse mit einer grafischen Auswertung.

Tief gehendes Nutzerprofil mit „Web-Wanzen“

Hierzu bindet die Software winzige, für den Besucher unsichtbare Bildpunkte in die Webseite ein – im Fachjargon Web-Bugs („Web-Wanzen“) genannt. Besucht ein Surfer die Seite, werden die unsichtbaren Punkte vom Browser geladen und erlauben je nach Einsatz sehr detaillierte Auswertungen des Surfverhaltens. „Besonders Unternehmen, die vom E-Commerce abhängig sind, erhalten so ein tief gehendes Nutzerprofil“, weiß Forrester-Experte Chatham.

Daher setzt auch Athlon Car ­Lease auf die Bildpunkte. Das mittelständische Unternehmen mit Stammsitz im nordrhein-westfälischen Meer­busch offeriert eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Fahrzeugleasing und Fuhrparkmanagement. Dem Unternehmen dient die Homepage (www.autopnet.de) nicht nur zur Information potenzieller Kunden. Autorisierte Mitarbeiter und Bestandskunden können dort online die Ausstattung ihres nächsten Firmenwagens festlegen und ihn sofort leasen.

„Früher wurden diese Prozesse via Mail, Fax oder Brief ausgeführt, heute wickeln wir die Geschäfte automatisiert über die Site ab“, sagt René Roeder, Teamleader Marketing bei Athlon. Ergebnis: höhere Kundenzufriedenheit. Und Kosten­ersparnis im fünfstelligen Bereich.

Mehr Software für Webseiten-Analyse und Links zu Demo-Programmen

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2005, Seite 94, nachlesen.

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