Diverses „Den Buchhaltern helfen“

Die Controller müssen sich neu orientieren, sagt Wolfgang Berger-Vogel, Chef des Controllervereins und Finanzvorstand der Brau Union AG, Linz.

impulse: Je schlechter die Zeiten, desto mächtiger die Controller – gilt dies noch?

Berger-Vogel: Nein, das sind nur die alten Vorurteile. Richtig ist: Wir leben in einer Netzwerk-Ökonomie, geprägt von Internationalisierung, Supply-Chains, Outsourcing. In dem Umfeld leistet der Controller mehr denn je einen unverzichtbaren Erfolgsbeitrag …

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… vorausgesetzt, er geht dem Management nicht durch Erbsenzählen auf den Wecker …

… richtig, es geht nicht um sture Kostenrechner, sondern um hoch qualifizierte Finanzexperten, die sich als Sparringspartner des Managements und Serviceleister für alle Abteilungen verstehen. Die wiederum müssen ein solches Angebot aber auch nutzen.

Sind denn Ihre Kollegen für diese Herausforderung gewappnet?

Nicht alle, aber die meisten haben begriffen, wohin sie sich entwickeln müssen und was dafür zu tun ist.

Nämlich?

Sie dürfen zum Beispiel ihre Vorstände und Geschäftsführer nicht mit immer neuen Kennzahlen überfüttern, die bald niemand mehr konsumieren kann. Überdies müssen sie die Erkenntnis umsetzen, dass der Unternehmenserfolg auch von allen möglichen weichen Faktoren abhängt, die nicht so ohne weiteres in Zahlen zu fassen sind und die auch in keiner Bilanz auftauchen.

Noch nicht …

… in der Tat ändert sich das, der neue Bilanzstandard IAS/IFRS bewegt sich ja in diese Richtung. Daher ist wichtig, dass sich die Controller auch mit den neuen Bilanzregeln befassen, anstatt nur in ihren Deckungsbeitrags- und Cashflow-Rechnungen zu schmoren.

Ist dies nicht allein Sache der Buchhalter?

Nein, denn die Buchhalter sind geeicht, alte Zahlen zu saldieren. Wenn nun aber künftige Erträge und immaterielle Potenziale in die Bilanzen müssen, sind sie überfordert. Denn ein Verständnis, was im Unternehmen und seinem Umfeld vorgeht, haben sie oft nicht. Dafür brauchen sie die Controller. Deshalb müssen beide eng zusammenarbeiten.

Und wer sollte dabei die Gesamtverantwortung tragen?

Die Controller.

Weitere Meldungen aus dem Management-Magazin können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2005, Seite 82, nachlesen.

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