Diverses Der Anwärter

Mit dem Superb kehren Mutterkonzern VW und Tochter Skoda zu den Ursprüngen des tschechischen Herstellers zurück. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg baute Skoda Luxusfahrzeuge und bot damals großen Marken wie Mercedes Paroli. Das klappt heute wieder - mit einem aufgewerteten VW Passat. Denn der Mutterkonzern nahm kurzerhand das Mittelklassemodell, sägte es auseinander und schweißte zehn Zentimeter Verlängerung hinein.

Komfortabel ausgestattet, solide, ein bisschen langweilig im Design, aber mit Ambitionen in Richtung Oberklasse – die Zutaten stimmen. Im Fond bietet der Superb fürstliche Platzverhältnisse, wie man sie sonst nur von Luxuslimousinen kennt.

Erfreuliches Resultat: Die hinteren Insassen können locker und lässig die Beine übereinander schlagen. Edle Materialien wie Leder, Holz und Chrom-Nickel-Einlagen bringen eine erstaunliche Qualitätsanmutung ins Spiel. Gut 460 Liter Kofferraumgröße taugen für das große Gepäck. Doch der Laderaum ist durch eine schmale Blechluke nur schlecht zu bestücken und kein bisschen variabel.

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Schade, dass Image und Ambitionen des Herstellers nicht übereinstimmen. Da nutzt auch der 2.5-V6-TDI-Motor mit 163 PS und bullenstarker Leistungscharakteristik mit 350 Nm Drehmoment nicht viel. Die beeindruckenden Leistungszahlen verhelfen dem Wagen zu einer Beschleunigung von Null auf 100 km/h in 9,5 Sekunden und zu über 220 km/h Spitzengeschwindigkeit.

Diese Kraft kann der Superb oftmals auf der Piste nicht ausspielen, denn er genießt kein Überholprestige. Meist aus Unkenntnis der wahren Verhältnisse machen ihm nur die wenigsten Platz. Weiteres kleines Manko der Maschine ist ihre mangelnde Laufruhe.

Sportliche Agilität ist nicht seine Stärke

Der V6 TDI ist kein Sprinter. Er ist eher für die lange Strecke gedacht. Dort ist vom Fahrwerk kaum etwas zu hören. Sportliche Agilität ist allerdings nicht seine Stärke. Das Fahrzeug liegt sicher auf der Straße, auch bei hohem Tempo und wartet mit überraschungsarmem Fahrverhalten auf.

Nicht ganz passend zum komfortablen Eindruck der Kabine ist die erstaunlich straff abgestimmte Federung. Der VW Passat ist wesentlich komfortbetonter ausgelegt und auch die anvisierte Konkurrenz in der oberen Mittelklasse federt weicher. Die Lenkung reagiert feinfühlig. Dosierbarkeit und Wirkung der Bremsanlage geben keinerlei Anlass zu Kritik, ebenso wenig die Verzögerung.

Zum Modelljahr 2007 verpasste Skoda dem Superb leichte Schönheitsretuschen wie eine stärkere Betonung des Chromgrills. Zudem sind die Blinker jetzt in die Außenspiegel integriert. Die Rückleuchten sind gemäß dem aktuellen Firmen-Design in C-Form gestaltet. Das Cockpit stammt aus dem Passat und wurde nur im Detail geändert, zum Teil sogar optimiert. Ein paar Nettigkeiten sind zum Beispiel eine Regenschirmablage in der Türverkleidung, ein Cargo-Flex-System im Kofferraum zur Befestigung von Gepäckstücken oder der Beifahrersitz, bei dem der Fondpassagier seine Beine durch einen klappbaren Teil der Beifahrersitzlehne ausstrecken kann.

Alles in allem ist der Skoda ein Anwärter für die obere Mittelklasse. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Tschechen endgültig dort ankommen. Die Signale stehen auf Grün.

Preis: ab 35.990 Euro

www.skoda-auto.de

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