Diverses „Der Euro war doch ein Teuro“

Hans Wolfgang Brachinger lehrt Statistik an der Universität Fribourg und ist Chef der Schweizer Bundesstatistikkommission.

impulse: Herr Brachinger, nach amtlichen Messungen war der Euro angeblich kein Teuro. Ge­hören die nun in den Reißwolf?

Brachinger: Nein, es wurde ja nicht falsch, sondern nur etwas anderes gemessen. Der offizielle Verbraucherpreisindex ist ein gesamtwirtschaftlicher Indikator, der die Realität des Konsumenten bei seinen täglichen Einkäufen einfach nicht hinreichend erfasst. Ich muss das Statistische Bundesamt in Schutz nehmen. Dort hat man das Auseinanderklaffen zwischen amtlichen Zahlen und Inflationswahrnehmung früh erkannt. Ich habe jetzt im Auftrag des Amtes gerechnet.

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Und das Ergebnis?

Mit der Euro-Einführung ist die Infla­tion, so wie sie den Verbraucher interessiert, tatsächlich drastisch gestiegen.

Was haben Sie anders gemacht?

Wir haben die subjektive Inflationswahrnehmung des Konsumenten nachgebildet, mit drei wesentlichen Annahmen. Erstens haben Preissteigerungen ein höheres Gewicht als Preissenkungen. Zweitens schlägt es besonders zu Buche, wenn häufig gekaufte Produkte teurer werden. Und drittens wird als Referenzpreis ein mittlerer letzter D-Mark-Preis genommen.

Warum der dritte Schritt?
Es gibt bis heute eine Vertrautheit mit der alten D-Mark. Die hat offenbar dazu geführt, dass Konsumenten für Preisvergleiche über längere Zeit als sonst an einem bestimmten Basispreis festhalten.

Das vollständige Interview und weitere Meldungen aus dem Politikmagazin können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2005, Seite 40, nachlesen.

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