Diverses „Der gefesselte Riese“

Edward Krubasik, Chef des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), über herausragende Stärken deutscher Firmen und zukunftsfeindliche Standortbedingungen.

impulse: Sie präsentieren eine Vision für das Jahr 2020, Herr Professor Krubasik. Gefällt Ihnen, was Sie sehen? Oder erschreckt es Sie eher?

Krubasik: Ich sehe das positiv. Es gibt langfristige Trends, die für Unternehmen voller Herausforderungen und Chancen stecken. Hierauf mit den richtigen Strategien und Produkten zu reagieren ist eine unternehmerische Aufgabe. Gleichzeitig kommt es zu einer neuen Verteilung der Wertschöpfung rund um den Globus.

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Sind denn die deutschen Unternehmen für diese Herausforderungen hinreichend gewappnet?

Ja, und zwar nicht nur in der von uns vertretenen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, sondern quer durch alle Branchen. Wir haben die Herausforderungen viel früher und entschlossener aufgegriffen als Staat und Politik.

Woran machen Sie dies fest?

Nehmen Sie die Dezentralisierung und Vernetzung rund um den Globus, den weltweiten Einkauf, die Entflechtung starrer Wertschöpfungsketten, auch die Stärkung des Dienstleistungsgeschäfts. All dies bewältigen die deutschen Unternehmen hervorragend. In den internationalen Wettbewerbsvergleichen, etwa zu Themen wie Innovation oder globaler Vertrieb, belegen unsere Firmen durchweg vordere Plätze. In ähnlichen Untersuchungen landet aber der Standort Deutschland immer wieder auf den hintersten Rängen.

Sind deutsche Unternehmen auch innovativ genug, wenn es darum geht, aus Forschungsergebnissen marktfähige Produkte zu machen?

Aber ja. Insbesondere wenn wir innovative Kunden haben. Nehmen Sie die Autobranche, die Leitkunde ist für Autoelektroniker, Automatisierer oder Maschinenbauer. Hier läuft der Wettbewerb vor allem über Innovation. Im lebhaften Wettbewerb schaukeln sich Autohersteller und auch deren Zulieferer zu Höchstleistungen auf. Auch wer bereits Weltklasse ist, wird immer wieder neu gefordert.

ZVEI-Präsident Professor Edward Krubasik, 62, ist hauptberuflich Automotive-Vorstand der Siemens AG. Der Münchner Konzern hat ausführliche Szenarien zur Zukunft Deutschlands entwickeln lassen. Allen gemeinsame Megatrends: massive Zunahme, Alterung und Urbanisierung der Weltbevölkerung. Wachstumsmärkte: schonender Umgang mit Ressourcen wie Energie und Trinkwasser, umweltschonende Produktion und Entsorgung, effizienter und sicherer Transport von Menschen und Gütern, bezahlbare Gesundheitsversorgung.

Das vollständige Interview können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2006, Seite 14, nachlesen.

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