Diverses Der mächtige Pfälzer

Er ist das Gegengewicht zum neuen SPD-Parteivorsitzenden Matthias Platzeck: Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz.

impulse: Herr Beck, Sie sind der mächtigste Partei-Vize, den die SPD je hatte. Wie aber wollen Sie von Mainz aus Einfluss auf Berlin nehmen?

Beck: Es gibt eine enge Kooperation zwischen den SPD-Ministern in der neuen Bundesregierung, den SPD-Ministerpräsidenten und der Parteispitze. Wir treffen uns wöchentlich in Berlin. Auf Titel kommt es dort allerdings nicht an. In dieser vielleicht internsten Runde in der Partei zählen nur zwei Dinge: das Vertrauen, das man genießt, und die Kraft der Argumente.

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Ihr Parteifreund Peer Steinbrück hat die Wirtschaft heftig gescholten: Die Unternehmen schafften zu wenig Arbeits-plätze. Teilen Sie seine Kritik?

Rückwärts zu schauen bringt uns nicht weiter. Eines indes stört mich gewaltig in der aktuellen Diskussion: Der Standort Deutschland wird von etlichen Unternehmen unterbewertet. Und gleichzeitig werden die unternehmerischen Spielräume in anderen Ländern überbewertet.

Wie meinen Sie das?

Ein Beispiel: Ich habe mich mit deutschen Unternehmern unterhalten, die erfolgreich in den USA investiert hatten. Und ich war erstaunt zu sehen, was die an Umweltauflagen der dortigen
Behörden akzeptierten, und zwar kritiklos. Die haben Krötentunnel und anderes bauen müssen, da würde hier zu Lande die Boulevardpresse schäumen, wenn wir uns das trauten. Ein zweites Beispiel: Ein Unternehmer berichtete mir, er habe versucht, in den USA seine Mitarbeiter firmenintern über das Anlernstadium hinaus für komplexere Produktionsabläufe zu schulen – vergeblich. Weil sie von der Schule auf weiteres Lernen nicht vorbereitet waren und weil sie nicht flexibel genug waren. Das ist in Deutschland anders.

Mithin haben wir keine Probleme mit Bildung und Forschung?

Das habe ich nicht gesagt und auch nicht gemeint. Natürlich gibt es Defi­zite, und es bedarf gewaltiger Anstrengungen, insbesondere im Bereich Forschung und technologische Entwicklung, damit wir vorankommen. Das
25 Milliarden schwere Investitionsprogramm der Bundesregierung setzt da die richtigen Anreize. Aber: Es macht einen großen Unterschied, ob man nur über die Schwächen des Standorts redet. Oder ob man sich zugleich auch seiner Stärken besinnt. Mein Eindruck ist: Immer mehr Unternehmer folgen meiner Einschätzung.

Das vollständige Interview können Sie in der impulse-Ausgabe 01/2006, Seite 32, nachlesen.

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