Diverses Der Marsch auf Berlin

Wie selten zuvor wird die Redaktion von impulse mit derart emotionalen Anwürfen und Forderungen konfrontiert.

Wie selten zuvor wird die Redaktion von impulse mit derart emotionalen Anwürfen und Forderungen konfrontiert. Da ärgert sich ein wütender Unternehmer aus Bayern über unser letztes Titelbild, das einen weinenden Hans Eichel zeigt, weil man mit impulse-Tipps 50 Prozent Steuern sparen kann.

»Aber es sind doch wir alle, die von der schlechten finanziellen Lage unseres Staats betroffen sind«, schreibt er und fordert uns und alle anderen Unternehmer auf, endlich solidarisch zur Entlastung des Staats beizutragen. Ein anderer schreit fast ins Telefon, wann impulse die Selbständigen im Land endlich zum »Marsch auf Berlin« aufruft, um dem »schamlosen und ausbeuterischen Treiben der Damen und Herren Politiker« Einhalt zu gebieten.

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Nun werden wir weder darauf verzichten, legale Wege aus der Steuer- und Abgabenspirale aufzuzeigen, noch werden wir einen wie immer gearteten Protestmarsch auf Berlin inszenieren. Die Anwürfe zeigen indes deutlich, wie enttäuscht die Freiberufler, Selbständigen und Unternehmer über die dilettantische und visionsfreie Politik von Schröder sind und wie ohnmächtig sie sich fühlen, ihrer – berechtigten – Wut über Rot-Grün nicht ausreichend Luft verschaffen zu können. Dahinter steckt die Furcht um die Zukunft dieses Landes und die Sorge, ob der Mittelstand im Angesicht schwieriger Konjunktur, lahmenden Konsums und mangelnder Investitio-nen überhaupt überleben kann.

Es ist im Übrigen eine Sorge, die die Redaktion von impulse ebenso umtreibt wie die Unternehmer. Die Lösung liegt insofern in den Händen der Politiker – auch der von der ideenlosen Union -, als sie endlich aufhören sollten, sich als allgewaltige Problemlöser aufzuspielen. Man gewinnt ja manchmal den Eindruck, als hätten die Herren Schröder und Clement eine Hartz-Schublade im Schrank, aus der sie nach Belieben Arbeitsplätze hervorzaubern könnten. Zu wünschen und zu fordern ist, dass sie sich ehrlich und demütig auf ihre eigentliche Rolle besinnen, die Staatsausgaben zurückzuschrauben und denjenigen den Freiraum zurückzugeben, die dieses Land wirklich voranbringen können. Es sind die Verantwortlichen in der Wirtschaft, die endlich aufhören sollten, auf ein Heil aus Berlin zu warten. Ob sie als Unternehmer im kommenden Jahr gut durchkommen oder auch nicht, hängt in erster Linie von ihnen selbst ab – von ihrer Zuversicht, von ihren Ideen und von ihrem Mut, den aufzubringen in diesem Umfeld zugegebenermaßen sehr schwer ist.

Wir von impulse wünschen Ihnen, dass Sie über den Jahreswechsel Luft holen können für diese Kraft, die Sie im neuen Jahr brauchen werden. Und empfehlen dabei die Lektüre dieser Ausgabe – mit einem Bericht über die Chancen für den Aufschwung, mit Mahnungen an die Politik und – wie immer – mit Empfehlungen, wie Sie Steuern und Abgaben sparen können.

Thomas Voigt, Chefredakteur
chefredaktion@impulse.de

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