Diverses Der neue Genuss-Markt

Bio hat die freudlose Nische verlassen. Fast jeder Zweite kauft umweltfreundliche Produkte, zumindest gelegentlich. Wie Firmen profitieren.

Einst in den 50er Jahren ein schicker Filmpalast, erwachte das ehemalige Kino in Berlin-Lichterfelde vor einem Jahr wieder zu neuem Leben. Ein Supermarkt der besonderen Art öffnete dort seine Pforten.

Im „Biolüske“ finden heute gesundheits- und umweltbewusste Genießer gut 5000 verschiedene Naturkostprodukte im stilvollen Ambiente: vom knackig frischen Gemüse aus dem Oderbruch über ausgefallene Pastaspezialitäten bis hin zu trendigen Öko-­Kosmetikpräparaten. „Wir haben unsere Business-Planzahlen längst über­erfüllt“, berichtet Ladeninhaber Frank Lüske.

Anzeige

Geschäfte dieser Art haben nichts mehr gemeinsam mit den ersten Öko-Krämerläden der Marke „Schrot und Korn“ in den Achtzigern. Sie ­signalisieren den Aufbruch einer einst asketisch gesinnten Gesundheitsbewegung zur Genussbranche. „Gesundes ist mittlerweile zum Lifestyle geworden und mehr und mehr genussorientiert“, erklärt Zukunftsforscher Matthias Horx.

Bio hat sich zum Thema für breiteste Konsumentenschichten entwickelt. Der Anteil der Öko- und Müslianhänger der konsumfeindlichen Hardcore-Fraktion liegt inzwischen bei nur noch mageren drei Prozent. Zum Potenzial der Bio-Quereinsteiger gehört dagegen fast jeder zweite Deutsche. Und der ist auch bereit, tiefer ins Portemonnaie zu greifen. So das Ergebnis einer Studie von Achim Spiller, Professor für Lebensmittelmarketing an der Uni Göttingen.
Von der erhöhten Ausgabebereitschaft der Konsumenten für Bio-Produkte und -Dienstleistungen profitiert zurzeit die Nahrungsmittelbranche am stärksten.

Der Umsatz mit Naturkost kletterte im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Aber auch andere Branchen wie Tourismus, Bauen und Wohnen, Kosmetik und Kleidung sowie Gastgewerbe können den Trend erfolgreich nutzen. Und dies oft gegen die Branchenkonjunktur.

Allerdings: Die Firmen müssen die neuen Ansprüche der Konsumenten mit originellen Geschäftsideen erfüllen. Und: „Erst mit designten Produkten und kreativem Marketing lösen sich die Anbieter aus der Öko-Ecke, um die anspruchsvolle Bio-Generation zu erreichen“, erklärt Konrad Götz, Mitglied des Forschungsprojekts Ecobiente. Bei diesem Vorhaben werden die Vermarktungschancen von Öko-Produkten untersucht.

Kontakte und Adressen aus der Bio-Branche

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2005, Seite 40, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...