Diverses Der perfekte Chef

Das Führungsprinzip "Teile und herrsche" hat ausgedient: Chefs, die heute mit ihrem Unternehmen an die Spitze wollen, brauchen mehr denn je Mitarbeiter auf Ballhöhe - mit aktuellem Fachwissen und tiefem Einblick in die Strategie der Firma. Wer nach vorne will, sollte seine Leute mitnehmen und sie an Erfolg und Misserfolg beteiligen. Er sollte sie ständig fragen, was an der Produktions- und Kundenfront los ist. Denn motivierte, gut ausgebildete und informierte Mitarbeiter sind ein Erfolgsfaktor erster Güte.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Benchmark-Studie „Excellence Barometer 2004“ zu den Themen Führung und Personal. Das Mainzer Marktforschungsunternehmen Forum hat sie mit der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) und impulse aufgelegt.

Kernaussage: Die eigenen Mitarbeiter entscheiden demnach viel stärker über Erfolg und Misserfolg von Unternehmen als bislang vermutet. Forum befragte dazu bundesweit 1200 repräsentativ ausgewählte Firmenchefs und Manager. Die Ergebnisse zeigen, was erfolgreiche Firmenchefs anders machen als weniger erfolgreiche. Marktforscher Roman Becker von Forum: „Die Studie belegt, dass Offenheit und Motivation direkte Hebel für den Gewinn einer Firma sind.“

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Die meisten Erfolgsunternehmer lassen ihre Angestellten zum Beispiel selbständig und in Teams arbeiten, sie geben ihnen regelmäßig ein Feedback, beteiligen sie an wichtigen Entscheidungen. Und sie geben ihnen per Zielvereinbarung und klarer Rahmenplanung viel Freiraum, Ziele auf ihre Art zu erreichen.

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„Weniger erfolgreiche Unternehmen fokussieren auf die falschen Erfolgsfaktoren“, so eine Schlussfolgerung von Roman Becker, Geschäftsführer
von Forum. „Sie messen dem Thema Mitarbeiter nicht die nötige Bedeutung bei. Stattdessen denken
sie, dass sie den Wettbewerb allein mit Produkten gewinnen können.“

Die ExBa-Studie zeigt: Erfolgreiche Firmen nutzen in stärkerem Maße Anreizinstrumente wie Zielvereinbarungen oder variable Vergütung. Im
Gegenzug setzen sie weniger auf klassische Disziplinierungsmaßnahmen.

Sie haben sich Leitbilder verpasst, das Team zum Coach geschickt, und Controller füllen penibel ihre „Balanced Scorecard“ aus. Doch viele Firmen sind innerlich zerrissen: Fragt man Führungskräfte und Mitarbeiter nach ihrer Meinung zu Personalführung und Prozessen, zeigt sich: Chefs und Angestellte bewerten die Situation in wichtigen Bereichen
sehr unterschiedlich.

„Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Studie, dass Führungskräfte sich und ihr Unternehmen überschätzen“, sagt Roman Becker, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts
Forum, das die Studie „Excellence Barometer 2004“ (ExBa 2004) durchgeführt hat. Dass Chefs häufig die rosa Brille tragen, zeigte sich bereits in der Vorgängerstudie im vergangenen Jahr.

Erstmals ließ Becker in diesem Jahr auch 1900 Arbeitnehmer zu den gleichen Themenkomplexen befragen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass man in der „Deutschland AG“ allen Beteuerungen zum Trotz kaum miteinander redet. „Mitarbeiter und Führungskräfte wissen einfach zu wenig voneinander“, sagt Roman Becker. „Dabei wäre Kommunikation eine ihrer ersten Aufgaben.

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