Diverses Der Sparmeister

Schulden abbauen und dennoch investieren: Der Bürgermeister einer Stadt mit 60.000 Einwohnern macht Hans Eichel vor, wie so etwas geht. Magnus Staehler, seit 1996 Chef der Verwaltung des rheinischen Langenfeld, schraubte die Pro-Kopf-Verschuldung 2004 von 177 auf 155 Euro herunter, Ende 2005 sollen es nur noch 133 Euro je Bürger sein.

Damit ist Langenfeld „Deutscher Entschuldungsmeister“: Keine andere Stadt dieser Größe muss so wenig Altlasten schultern. Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Verschuldung im nahen Gummersbach ist 18-mal so hoch.

Staehlers Erfolgsrezept: Er verzichtet konsequent auf teure Prestigeprojekte. Stattdessen steckt er das Geld in neue Gewerbeflächen und Infrastruktur für Firmen aus Zukunftsbranchen wie Logistik, Medizintechnik und Kommunikation.

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„Das hat anfangs viele Bürger enttäuscht“, so Staehler. Doch heute profitieren sie davon. Durch stabile Gebühren und Hebesätze. Und durch Aufträge für die heimische Wirtschaft: 87 Prozent des 21-Millionen-Haushalts gingen 2004 in lokale Investitionen – einsame Spitze in NRW, dessen Kommunen im Schnitt nur 60 Prozent dafür ausgeben.

Auch ein öffentliches Bad kann sich die Gemeinde noch leisten. Das Lob der Bürger: Sie haben Staehler jüngst mit 70 Prozent im Amt bestätigt.
Im Jahr 2009 soll Langenfeld die erste schuldenfreie Stadt dieser Größe in Deutschland sein.

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