Diverses Der Zwiegespaltene

Die koreanische Marke Ssangyong ist hierzulande noch ziemlich unbekannt - obwohl der Fernostproduzent mehr Fahrzeuge baut als seine Landsleute von Kia und Hyundai. Jetzt hat der asiatische Hersteller mit dem Modell Kyron einen neuen Offroader auf den Markt gebracht.

Der Kyron (sprich: Kairon) kommt mit frischem und sympathischem Design daher. Seine leicht ansteigende Seitenlinie und unterhalb des Fensters verbreiterte Karosserie verleiht der 4,66 Meter langen Kabine Dynamik.

Unbeleckten Passanten fällt beim flüchtigen Anblick des Kyron eine gewisse Ähnlichkeit zur Mercedes M-Klasse auf. Im Gegensatz zu dem neuen Koreaner zählt der Stuttgarter allerdings zur automobilen Oberklasse im SUV-Segment.

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Die Dynamik im Design findet leider in der Fortbewegung keine Fortsetzung. Dazu ist der als Mercedes-Lizenz gebaute 2-Liter-Commonrail-Diesel zu schwach. Seine 141PS/104 kW und 310 Newtonmeter Drehmoment haben ihre liebe Not mit dem Zweitonner. Von Null auf 100 km/h braucht er in der Automatikversion mehr als 14 Sekunden. Bei 166 km/h Spitze ist bereits Schluss mit weiterem Vortrieb. Überholvorgänge geraten so zu einer längeren Angelegenheit, als sie dem Fahrer lieb sein dürften. Weiterer Wermutstropfen: Der Motor schafft nur die steuerschädliche Euro-3-Norm. Bis Ende März gibt’s allerdings einen Partikelfilter kostenlos obendrauf.

Der Innenraum hat viel Platz, sowohl für Passagiere als auch für deren Gepäck. Selbst Großgewachsene fühlen sich hinten nicht eingeengt. Vorne bieten bequeme und gut ausgeformte Sitze den Passagieren genug Halt. Für Hobbys und Gepäck hält der Kofferraum im Normalzustand 625 Liter parat, bei umgeklappter Rückbank sogar mehr als 2300 Liter.

Die Gestaltung des Armaturenbretts ist nicht jedermanns Sache. Viele Knöpfe, an einigen stößt man unabsichtlich mit dem Knie, sind verwirrend angebracht. Das nachträglich eingebaute Radio mit Navisystem wirkt als Fremdkörper. Da ist Nachbesserung geboten. Auch bei der Federung: Sie absorbiert zwar viele Unebenheiten der Piste, aber Empfindlichen schlägt die überaus weiche Abstimmung schon mal auf den Magen.

Fazit: Der Kyron reißt keine Bäume aus. Der schönen Hülle fehlt es an der adäquaten motorischen Dynamik. Aber sein attraktiver Preis und seine umfangreiche Serienausstattung machen ihn zu einem Sonderangebot. Von daher wird man ihn auf Deutschlands Straßen vermutlich doch öfter sehen.

Preis: ab 23.900 Euro

www.ssangyong.de

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