Diverses Deutschland braucht Arbeitskräfte

Dringend gesucht: Gut ausgebildete Arbeitskräfte

Dringend gesucht: Gut ausgebildete Arbeitskräfte© Shutterstock

Verkehrte Welt am Arbeitsmarkt: Zwar gehen die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich zurück, von Entspannung mag aber kaum jemand reden. Warum? Noch immer bleiben viele Unternehmen vorsichtig, sie streichen nach wie vor mehr Stellen als sie schaffen. Und: nach dem jahrelangen Stellenmangel droht nun ein ganz anderes Problem. Schon heute hat der Fachkräftemangel fatale Folgen für viele Unternehmen.

Bis 2020 könnten bis zu sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen. Das jedenfalls zeigt die Zukunftsstudie „Deutschland 2020“ der Unternehmensberatung McKinsey. Sie entwirft zwei Szenarien: Wächst die deutsche Wirtschaft jährlich um drei Prozent, dann fehlten 2020 etwa sechs Millionen Arbeitskräfte. Wächst sie – wie etwa für 2008 prognostiziert – um 1,7 Prozent jährlich, müssten 2,5 Millionen offene Stellen besetzt werden.

Die Ursachen für den drohenden Mangel: Es gibt zu wenige beruftätige Frauen sowie ältere und jüngere Arbeitnehmer, so die Autoren der Studie. Außerdem müssten mehr Absolventen die Universitäten verlassen. Es sei nicht akzeptabel, dass Deutschland sich immer noch so viele Schul- und Studienabbrecher sowie Menschen ohne Ausbildung leiste, sagte dazu der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Georg Ludwig Braun. Andere Wirtschaftsexperten forderten zudem, mehr Betriebskindergärten zu gründen oder Heimarbeit für Eltern zu ermöglichen.

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Die Studie finden Sie unter: www.mckinsey.de

Finanzielle Folgen für Unternehmen

Schon jetzt leiden viele deutsche Unternehmen an den Folgen des Fachkräftemangels: So entgehen ihnen allein sieben Milliarden Euro pro Jahr, weil 95.000 Ingenieure fehlen. Bis 2020 könnten es 240.000 Ingenieure sein – mit fatalen Folgen. „Unser Wirtschaftswachstum ist in Gefahr durch den sich immer mehr abzeichnenden Fachkräftemangel“, warnte etwa Wirtschafts-Staatssekretär Walther Otremba.

Um das Wachstum nicht zu gefährden, müsse die qualifizierte Ausbildung stärker gefördert werden und die Hochschulausbildung mehr an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert werden, forderte daher auch Otremba. Und auch er fordert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

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