Diverses Deutschlands mächtigste Blockierer

Für Abgeordnete sind Gewerkschaften Top-Blockierer von Reformen in den Sozialsystemen, für Unternehmer ist es die SPD, so eine Repräsentativ-Umfrage von impulse.

Die notwendigen Reformen werden durch die Interessen einzelner Gruppen immer wieder blockiert. impulse ermittelte per Repräsentativ-Umfrage, wer Deutschlands mächtigste Blockierer sind: Aus Sicht der Bundestagsabgeordneten und aus Sicht der Unternehmer. Bei den Sozialsystemen insgesamt. Und getrennt nach Arbeitsmarkt- und Gesundheitssystem.

Überraschendes Ergebnis der Forsa-Umfrage: Für die 174 befragten Bundestagsabgeordneten sind die Gewerkschaften mit großem Abstand Top-Blockierer von Reformen in den Sozialsystemen insgesamt. Das sagen 32 Prozent der Parlamentarier, die nach der Stärke der Fraktionen ausgewählt wurden. Die Mitglieder von SPD- und Grünen-Fraktion bildeten also die Mehrheit der Befragten. Die Verbände insgesamt als zweitstärkste Reformbremser aus Sicht der befragten MdB´s folgen erst mit 16 Prozent. Die Arbeitgeber sind für 11 Prozent die Schuldigen.

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Ähnlich das Bild bei den 508 repräsentativ befragten Unternehmern: Für 54 Prozent ist die SPD Reformverhinderer Nr.1, mit 53 Prozent fast gleichauf folgen die Gewerkschaften. Auf Platz drei (38 Prozent) sind die Beamtenverbände.

Bitter für die Gewerkschaften: Sie sind aus Sicht der Abgeordneten auch die größten Verhinderer von Reformen am Arbeitsmarkt (69 Prozent). Die Arbeitgeber auf Platz zwei kommen auf nur 22 Prozent. Gleiches Bild bei den Unternehmern: Für 75 Prozent sind es die Gewerkschaften, für 53 Prozent die Arbeitgeber.
Ebenfalls überraschend: Selbst für die Mehrheit der SPD-Abgeordneten sind die Gewerkschaften Top-Blockierer (45 Prozent), erst dann folgen die Arbeitgeber (42 Prozent).

Geht es um die Schuldigen für fehlende Reformen des Gesundheits-wesens, sind sich Unternehmer wie Abgeordnete einig: Der mächtigste Blockierer ist die Pharma-Industrie ­ für 71 Prozent der Firmenchefs und 37 Prozent der Abgeordneten. Auf den Plätzen folgen Gesetzliche Krankenkassen (61 Prozent) und Kassenärztliche Vereinigung (59 Prozent) bzw. Ärzteverbände (35 Prozent) und Apothekerverband (29 Prozent).

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