Diverses Die anders ticken

Klar hat er die Uhr noch. Mirko Heyne wird richtig wach und springt auf. Erst nachts ist der Uhrmacher von Gesprächen mit Lieferanten aus der Schweiz zurückgekehrt. Kurzes Suchen, dann hebt Heyne fast zärtlich den Prototypen aus der schwarzen Holzkiste. Tangomat heißt die neue Automatikuhr, die den Aufstieg in die Uhrmacher-Bundes­liga bedeutet.

Im Innern des Zeitmessers tickt das erste eigene Werk, und die kleine Firma darf sich jetzt „Manufaktur“ nennen. In Deutschland können sich diese Auszeichnung nur Glashütte Original und Lange & Söhne an die Brust heften – weltweit sind es zwölf Firmen mit so klangvollen Namen wie Rolex, Patek Philippe und Jaeger-LeCoultre.

Mirko Heynes Zukunft war eigentlich klar. Beide Eltern waren Musiker, und er lernte auf einer DDR-Musikschule Cello. Der Weg war ihm aber „zu ausgetrampelt, zu leicht!“. Über den Umweg Schauspielerei kam er zur Uhrmacherei. Schon nach sechs Monaten erhielt er bei Nomos den Auf­trag zur Entwicklung des neuen Werks. „Genau das richtige Tempo, ich will etwas bewegen“, sagt der 30-Jährige.

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2010 will Nomos 20.000 Uhren verkaufen und hat dafür schon die Weichen gestellt. Neu ist die Produktion im ehemaligen Bahnhof im Zentrum von Glashütte. Hier fertigen hochmoderne CNC-Fräsmaschinen in drei Schichten Teile wie Unruhkloben, Dreiviertelplatinen und Glashütter Gesperr. Alles, was laut ist, kam in den Bahnhof, also auch der Vertrieb mit seinen Telefonen.

Nur sechs Sekunden

Davon kriegt Heike Hahn nichts mit. Sie ist Werkstattleiterin in der Chronometrie, die malerisch über Glashütte liegt. Hier arbeiten 14 Uhrmacher, und Heike Hahn ist mit 29 Jahren ihre Chefin. „Bei den großen Nachbarfirmen Glashütte Original und Lange & Söhne müsste ich für diesen Job sicherlich 20 Jahre älter sein und einen Bauchansatz haben“, sagt sie lachend.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 04/2006, Seite 142, nachlesen.

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