Diverses Die besten Franchisegründer

In Berlin hat impulse die erfolgreichsten Gründer des Jahres 2010 gekürt. Die Preisträger haben sich mit ganz unterschiedlichen Franchisesystemen selbstständig gemacht und doch viel gemeinsam: etwa den Mut, innerhalb eines festen Konzepts eigene Ideen umzusetzen.

Manchmal führt scheinbar Nebensächliches auf die richtige Spur. Bei André Feller war es der Halbsatz eines Unternehmensberaters, der Ende 2008 im elterlichen Fachgeschäft für Raumausstattung im hessischen Pohlheim auftauchte. Eher beiläufig erwähnte der Mann das Franchisesystem Plameco. Fellers Neugier war geweckt, er informierte sich und erkannte: Diese Geschäftsidee war nah dran an der Firma des Vaters, aber doch etwas Eigenes: „Das passte zu mir.“

Platz 1: André Feller, 32, Plameco

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Platz 2: Harald Getrey Junior, 28, McDonald’s

Platz 3: John Kleine-Möllhoff, 45, Das Futterhaus

Franchisegründer des Jahres
Welcher Gründer hat seine Chancen am besten genutzt? Wer wächst schneller als alle anderen? Seit fünf Jahren ehrt impulse in Kooperation mit Mobilcom- Debitel die erfolgreichsten Franchisegründer des Jahres. 2010 siegten Mitglieder der Systeme Plameco, McDonald’s und Das Futterhaus. Sie liegen mit ihren Umsätzen deutlich über dem Schnitt anderer Gründer ihrer Branche, haben viele Arbeitsplätze geschaffen und kreative Ideen entwickelt, um bekannter zu werden.
Jury
Acht Mitglieder bewerteten die Bewerbungen: Martin Ahlert, Geschäftsführer des Internationalen Centrums für Franchising & Cooperation (F&C) an der Uni Münster, Torben Leif Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchise Verbands (DFV), Dieter Fröhlich, DFV-Präsident, Antonia Götsch für impulse, Marco Hero, Franchisefachanwalt, Friederike von Kempis, Leiterin des Referats, IIA2- Handel und Werbewirtschaft im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Stefan Mecking von Mobilcom-Debitel und Holger Schwabe, KfW Bankengruppe.

Platz 1: André Feller, 32, Plameco

Das Plameco-Konzept: Statt alte Decken herauszureißen, werden moderne Kunststoffdecken eingezogen, meist in nur einem Tag. Fellers detaillierte Analyse ergab: „Es gibt einen riesigen Markt an Häusern aus den 70er-Jahren, die renovierungsbedürftig sind.“

Mit einem Kredit der Sparkasse Gießen und einem Existenzgründerdarlehen der KfW Mittelstandsbank finanzierte er die 120.000 Euro Erstinvestition und konnte im März 2009 starten. Schon im ersten Monat machte er 108.000 Euro Umsatz, fast sechsmal so viel wie üblich. Das hat einen Grund: Der Jungunternehmer beschäftigte von Anfang an zwei Mitarbeiter, die nur Decken montieren, er selbst konzentriert sich auf das Kaufmännische und aufs Marketing. Um sein Produkt bekannt zu machen, richtete er einen Ausstellungsraum ein, in dem Interessierte das Angebot ansehen können. Und weil viele in der Woche wenig Zeit haben, lädt Feller einmal im Monat per Anzeige zu Wochenendschauen ein, zu denen bis zu 250 potenzielle Kunden kommen.

„Die Nachfrage ist so groß, dass ich schon weitere Monteure einstellen musste“, sagt der Hesse stolz. Er ist der mit Abstand erfolgreichste Plameco-Gründer und hat bereits eine weitere Lizenz für das Gebiet Marburg und Wetzlar erworben: „Wir eröffnen im Juli, gleich wieder mit einer Hausausstellung.“

Platz 1: André Feller, 32, Plameco

Platz 2: Harald Getrey Junior, 28, McDonald’s

Platz 3: John Kleine-Möllhoff, 45, Das Futterhaus

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Platz 2: Harald Getrey Junior, 28, McDonald’s

Schon mit vier Jahren kletterte Harald Getrey junior auf umgedrehte Plastikboxen, um im McDonald’s-Restaurant seiner Eltern an die Arbeitsfläche zu gelangen und Cheeseburger zu belegen. Seine Karriere als Fast-Food-Unternehmer war dennoch nicht vorgezeichnet. Nach dem Abi, Studium an der Munich Business School und Praktika im Ausland standen dem Saarbrücker viele berufliche Chancen offen.

Doch der Gedanke an ein eigenes Burger-Lokal in der alten Heimat ließ ihn nicht los. Also bewarb er sich als Franchisenehmer der zweiten Generation. „Die haben es besonders schwer bei McDonald’s und werden in der Ausbildung verschärft begutachtet“, sagt Gründer Getrey. Holger Blaufuß, Franchisemanager der Münchner Zentrale, bestätigt das: „Wir wollen vermeiden, dass Erbhöfe entstehen. Deswegen schauen wir uns die Sprösslinge besonders an.“

Getrey schaffte die hausinternen Prüfungen mit Bravour. Heute beschäftigt er in Saarbrücken 55 Mitarbeiter und erzielte in den ersten sechs Monaten 2009 einen Umsatz von 1,8 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2010 sollen es 3,5 Millionen Euro werden. Zum Vergleich: Der McDonald’s-Durchschnitt liegt bei 2,4 Millionen Euro.

Der Topstandort am Eschberger Weg, einem lebhaften Verkehrsknotenpunkt, ist sicher ein Grund für dieses Ergebnis, aber nicht der einzige. Bilden sich Schlangen, hilft er selbst aus, an der Kasse wie an der Pommes-Station. Vor allem aber investiert er Zeit – „ungefähr 80 Prozent“ – ins Personal, in Gespräche und Schulungen. Sein Motto: „Du musst wissen, was du hier machst und was du verkaufst.“

Der Erfolg ermöglichte ihm, schon Ende 2009 ein zweites Restaurant zu eröffnen. Damit ist der Endzwanziger auf dem besten Weg, das zu werden, was die Zentrale einen „Multi-Operator“ nennt: ein Herr über viele Filialen und viele Burger.

Platz 1: André Feller, 32, Plameco

Platz 2: Harald Getrey Junior, 28, McDonald’s

Platz 3: John Kleine-Möllhoff, 45, Das Futterhaus

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Platz 3: John Kleine-Möllhoff, 45, Das Futterhaus

Er gratuliert Tieren zum Geburtstag und bietet eine Ernährungsberatung für Hunde. In der Kundenkartei von John Kleine-Möllhoff sind nicht nur Tierhalter, sondern auch deren Lieblinge erfasst – mit all ihren Vorlieben und Bedürfnissen. Dieses Wissen zahlt sich aus. Mit 1500 Kunden pro Woche ist Kleine-Möllhoff einer der erfolgreichsten Gründer in der 23-jährigen Futterhaus-Geschichte.

Als er sich im August 2009 mit einem Tierfutterspezialmarkt in Velbert selbstständig machte, hatte er schon einige Stationen hinter sich: zwölf Jahre als Hotelkaufmann, 15 Jahre als Prokurist beim Auto-Tuning-Versender D&W. Sein Motiv, das Angestelltendasein aufzugeben: „Ich wollte mehr gestalten. Das geht nur als Unternehmer.“

Kleine-Möllhoff verglich verschiedene Franchisegeber und entschied sich für Das Futterhaus – nicht aus Tierliebe, wie er betont, dabei hat er seit Langem einen Hund. „Die Gesetze des Handels sind immer die Gleichen. Und da ich feststellte, dass die Branche noch hemdsärmelig unterwegs ist, war ich mir sicher, dass ich schnell etwas erreichen kann.“

Das kann er offenbar. Im Spätsommer will er einen zweiten Standort eröffnen, rund 1,2 Millionen Euro Umsatz sind für 2010 geplant. „Eine tolle Bilanz im ersten Geschäftsjahr“, lobt ihn Jurymitglied Dieter Fröhlich, Präsident des Deutschen Franchise Verbands. Und bei den Umsatzerwartungen ist der Lieferservice noch gar nicht eingeplant, den Kleine-Möllhoff jetzt startet. Dann schickt er nach einem Blick in seine Kundenkartei nicht nur Grüße, sondern auch das Lieblingsfutter direkt zum Hund.

Platz 1: André Feller, 32, Plameco

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