Diverses Die Betriebsprüfung beginnt

Nimmt der Finanzbeamte die erste Akte in die Hand, wird es ernst mit der Betriebsprüfung. Worauf Unternehmer achten sollten.

Ein gern gesehener Gast ist der Betriebsprüfer nicht. „Dennoch sollten Sie nicht von vorneherein auf Konfrontationskurs gehen“, rät Joachim Breithaupt, Rechtsanwalt und Steuerberater bei der Kanzlei Osborne Clarke.
Sorgen Sie stattdessen für vernünftige Arbeitsbedingungen. Der Prüfer sollte einen eigenen Schreibtisch vorfinden.“ Auch die obligatorische Tasse Kaffee sollte nicht fehlen. Ein angenehmes Arbeitsklima ist nicht verkehrt.“, so Joachim Breithaupt.

Wichtig ist der genaue Beginn der Prüfung. Ein kurzes Erscheinen des Prüfers mit der Ankündigung, in ein paar Tagen wieder zu kommen, reicht nicht Nimmt der Beamte dagegen die erste Akte in die Hand, beginnt die Prüfung offiziell. Das sollte der Beamte mit der genauen Uhrzeit protokollieren. Denn ab dann ändert sich einiges für den Unternehmer.

Anzeige
  • Die wichtigste Folge: Ist der offizielle Startschuss für die Prüfung gefallen, besteht keine Möglichkeit mehr, sich mit einer Selbstanzeige beim Finanzamt anzuzeigen und damit bei einer eventuellen Steuerhinterziehung straflos davon zu kommen. Wissen Sie also von eventuellen Unregelmäßigkeiten in Ihren Büchern, können Sie diese strafbefreiende Selbstanzeige noch per Fax losschicken, während der Prüfer auf den Hof fährt. Hat er den offiziellen Prüfungsbeginn notiert, entfällt diese Möglichkeit.
  • Gleichzeitig kann ab jetzt Ihr Steuerbescheid geändert werden, wenn der Prüfer in Ihren Unterlagen etwas findet. Wichtig dabei: Das kann auch zu Ihren Ungunsten passieren. Dann droht eine Nachzahlung.
  • Einigen Sie sich nach der Prüfung mit dem Finanzamt auf ein bestimmtes Steuermodell, beispielsweise wie der Betrieb steuersparend auf den Erben übertragen wird, so kann Ihnen der Prüfer dazu eine verbindliche Zusage machen, an die sich das Finanzamt halten muss.

Legen Sie dem Prüfer dann Ihre Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und sonstigen Unterlagen vor. Erteilen Sie ihm die erbetenen Auskünfte und erläutern Sie gegebenenfalls die Aufzeichnungen. Der Prüfer muss sich dabei auf den in der Prüfungsanordnung angekündigten Zeitraum und die dort genannten Steuerarten beschränken.

Fertigen Sie sich über alle wichtigen Gespräche, auch über die Gespräche des Prüfers mit anderen Firmenangehörigen, Aktennotizen an. Dokumentieren Sie, was der Prüfer sich aus den Büchern vornimmt. Das kann wichtig sein für nachfolgende Prüfungen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...