Diverses Die Erbschaft vertraglich regeln

Die Erbschaft vertraglich regeln

Die Erbschaft vertraglich regeln

Unternehmern, denen ein Testament zu unsicher ist, können ihre Nachfolge mit einem Erbvertrag regeln. sagt, worauf Sie dabei achten müssen.

In knapp vierzig Jahren hat Werner S. ein florierendes Gartenbauunternehmen mit 20 Mitarbeitern aufgebaut. Die Umsätze sind gut, es gibt viele Stammkunden. Die einzige Sorge des gelernten Floristen ist, wer sein Nachfolger wird. Seinen Sohn und seine Tochter hält der 64-jährige nicht für das Geschäft geeignet. Lieber sähe er seinen Vorarbeiter, der seit zehn Jahren immer wichtiger für das Unternehmen wird, auf dem Chefsessel. Um die Nachfolge nach seinen Wünschen zu sichern, schließt Werner S. deshalb mit seinem Wunschkandidaten einen Erbvertrag.

Im Unterschied zum Testament ist der Erbvertrag ein Rechtsgeschäft, das der Erblasser mit dem oder den zukünftigen Erben abschließt. Es müssen also mindestens zwei Personen unterschreiben: Derjenige der etwas vererben will und der, der etwas bekommt.

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In einem solchen Vertrag ist es möglich, mit den potentiellen Erben Vereinbarungen für die Zukunft zu treffen. Deshalb ist ein Erbvertrag ein gutes Instrument, um Chef-Kandidaten in die Planung der Unternehmensnachfolge einzubinden. Der zukünftige Erbe bekommt frühzeitig Verantwortung. Ebenso können dem potenziellen Nachfolger schon von vorneherein gewisse Pflichten, wie spätere Unterhaltszahlungen, übertragen werden.

Da ein solcher Vertrag für beide Seiten bindend ist, haben Erblasser und Erbe Planungssicherheit. So kann der Unternehmer in Ruhe daran gehen, sein Lebenswerk zu Ende zu führen. Der designierte Nachfolger kann sich auf seine zukünftige Rolle vorbereiten.

Allerdings gilt auch: Die Unterschriften sind bindend. Keine der beiden Parteien kommt alleine aus dem Vertrag heraus. Es hilft auch kein neues Einzeltestament. Es gilt, was im Vertrag steht.

Die Formvorschriften für Erbverträge sind sehr streng. Sie können nur vor einem Notar geschlossen werden. Der Erblasser und auch der zukünftige Erbe müssen persönlich anwesend sein. Auch sollten Unternehmer darauf achten, dass im Vertrag getroffene Verfügungen nicht im Widerspruch zu Regelungen im Gesellschaftervertrag stehen. Auch steuerrechtliche Fragen sind zu beachten. Denn vorweggenommene Erbregelungen können unfreiwillig erhebliche Steuerzahlungen auslösen oder als Zwangsrealisierung von stillen Reserven gelten.

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