Diverses Die Erfindung der Zukunft

In die Decke eingelassene Fernseher, schwenkbare Wände mit eingebauter Minibar, "nukleare Städte" unter der Erde - der italienische Designer Joe Colombo schuf Entwürfe, die auch aus einem James-Bond-Film seiner Zeit stammen könnten. Sie atmen den Geist der sechziger Jahre, beeindrucken aber zugleich durch Funktionalität und markante Formen.

Die Ausstellung „Joe Colombo – Die Erfindung der Zukunft“ ist die erste internationale Retrospektive, mit der das Werk Colombos gewürdigt wird. Vom 21. Januar bis 10. September 2006 ist sie zu Gast im Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Als einer der erfolgreichsten Gestalter
seiner Zeit entwarf Colombo Designklassiker, darunter der Sessel „Elda“, der Stuhl
„Universale“ oder die Leuchte „Alogena“.

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In enger Kooperation mit dem Studio Joe Colombo, das den Nachlass
des Designers verwaltet, präsentiert die Ausstellung eine Fülle bislang noch nicht
gezeigter Materialien zu Colombos Schaffen. Darunter sind Prototypen,
experimentelle Stücke, aber auch viele originale Handskizzen, Pläne, Broschüren,
Architekturmodelle, mehrere Filme und Originalfotos.

In vier Gruppen gegliedert,
folgt die Ausstellung der rasanten Entwicklung von Colombos kurzer Karriere und
vermittelt einen anschaulichen Eindruck von seiner großen Produktivität, die
Zeitgenossen schon zu Colombos Lebzeiten faszinierte.

Begnadeter Selbstdarsteller

Vor allem die zahlreichen Fotos von Colombos eigenen Appartements, auf denen er selbst zu
sehen ist, machen deutlich: Colombo war nicht nur einer der wichtigsten Designer
seiner Zeit, sondern auch ein begnadeter Kommunikator und Selbstdarsteller.

Stets elegant gekleidet und nie ohne seine Pfeife im Mund, lieferte Colombo zu seinen
Entwürfen zugleich die passenden Bilder: die eines „Design-Dandys““, der fasziniert
von den Möglichkeiten neuer Technologien und der Verbesserung des menschlichen
Alltags war. Selbst ein so einfaches Objekt wie die Pfeife wusste er maßgeblich zu
verbessern, indem er den Boden abflachte, so dass man die Pfeife auf dem Tisch
abstellen konnte, ohne dass sie umfiel.

Colombo war eben beides – einer der großen
Zukunftsvisionäre des 20. Jahrhunderts und zugleich ein Pragmatiker, für den die
Zukunft bei den kleinen Dingen des Alltags begann. 1971 starb Joe Colombo im Alter von 41 Jahren.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 11:00 bis 18:00 Uhr

Führungen:

Samstag und Sonntag: 11:00 Uhr

Eintritt:

6.50 Euro / ermäßigt 5 Euro

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