Diverses „Die Familie gibt mir Kraft“

Wie schaffen es Unternehmer, trotz der täglichen Herausforderungen, sich um ihre Gesundheit zu kümmern? Und welche Rolle spielt die Familie dabei? Interview mit Albrecht von Dewitz und seiner Tochter Antje. Er ist Gründer und Chef der auf Bergausrüstung spezialisierten Firma Vaude in Tettnang. Seine Tochter ist Marketingleiterin in dem Familienunternehmen und hat vor kurzem ihr viertes Kind zur Welt gebracht.

impulse: Bei Ihren vielen Reisen und Terminen, wie halten Sie sich beide fit?

Albrecht von Dewitz: Grundsätzlich haben wir beide eine sehr gute, sportliche Grundkonstitution. Selbst nach sehr arbeitsreichen Zeiten, wenn keine Zeit für Sport bleibt, kommen wir beide konditionell leicht wieder in gute Form. Fit halte ich mich durch viele mehr oder weniger regelmäßige Aktivitäten wie Wandern, Schwimmen, Fahrrad fahren, Reiten oder Segeln.

Anzeige

Antje von Dewitz: Ich tue momentan vor allem am Wochenende mit meiner Familie etwas für meine körperliche Fitness. Wir gehen meistens Wandern oder fahren Rad. Jetzt nach der Schwangerschaft freue ich mich darauf, unter der Woche auch für mich alleine Sport zu treiben wie Volleyball oder Klettern.

impulse: Gibt es feste Regeln, die Sie beim Sport oder auch beim Essen einhalten?

Albrecht von Dewitz: Regelmäßiges Training gibt es bei mir nur dann, wenn konkrete Projekte anstehen, wie mein Himalaya-Trip. Hier gehe ich wirklich diszipliniert vor und baue meine Kondition Stück für Stück auf für die Anforderungen.

Antje von Dewitz: Außer bei den Essgewohnheiten gibt es auch bei mir keine regelmäßigen Trainings oder eingehaltene Regeln. Was das Essen betrifft: Hier habe ich den Luxus, dass ich nahe am Unternehmen wohne und über Mittag meist zu meiner Familie nach Hause gehen kann zum frisch gekochten Mittagessen. Außerdem ist mir sehr wichtig, dass ich mit meiner Familie morgens gemeinsam frühstücke, und auch abends essen wir meist gemeinsam. Dann arbeite ich lieber danach noch weiter. Diese Regelmäßigkeit und gemeinsame intensive Zeit mit meiner Familie ist sicher ein Aspekt meines allgemeinen auch körperlichen Wohlbefindens. Aber was das Essen selbst betrifft, da sind sowohl Albrecht als auch ich
eher „regellos“: Wir essen das, was uns schmeckt.

impulse: Wie hat sich die Entscheidung unternehmerische Verantwortung zu
übernehmen, auf Ihre Lebensgewohnheiten ausgewirkt?

Albrecht von Dewitz: Das unternehmerisch Notwendige nimmt in vielen Teilen
Einfluss auf unsere Lebensgewohnheiten: wir haben beide lange Arbeitszeiten, arbeiten oft auch zuhause weiter.

Antje von Dewitz: Das bedeutet weniger freie Zeit, die nutze ich daher aber umso intensiver.

impulse: Bergsteigen, Lesen oder Laufen – was verschafft Ihnen den größten
Ausgleich vom beruflichen Alltag?

Albrecht von Dewitz: Alles was in der freien Natur stattfindet, bedeutet für uns beide wohl den größten Ausgleich.

Antje von Dewitz: Stimmt, beim Wandern oder Klettern kann man schön abschalten und gute Gespräche führen. Anderseits kann ich ohne Lesen gar nicht mehr Einschlafen. Ein Buch oder eine Zeitschrift vorm Einschlafen zu lesen, ist für mich meine tägliche, unabdingbare Portion Abschalten.

impulse: Und wie gelingt Ihnen die Balance zwischen Arbeitsalltag und Familie – oder
gibt es diesen Unterschied für Sie so nicht?

Albrecht von Dewitz: Doch, dieser Unterschied besteht auf jeden Fall bei uns beiden. Das ist auch notwendig, sonst würde Abschalten wirklich schwer fallen.

Antje von Dewitz: Die Balance gelingt bei mir durch diszipliniertes, gut durchgeplantes Arbeiten. Dazu gehören auch Besprechungen und Termine, die zeitlich eingehalten werden. Wir unternehmen bei Vaude ziemlich viel in diese Richtung, damit wir alle möglichst effizient arbeiten und uns allen dadurch eine bessere Worklife Balance ermöglichen. Das fängt an bei unternehmensweiten Schulungen zu Arbeitszeitmanagement, über betriebliche
Arbeitsplatzcoaches, über Regeln zu effizienten Besprechungen oder E-Mail-Verkehr. Was wir damit erreichen wollen ist, den Zeitfressern den Garaus zu machen. Insgesamt wollen wir schaffen, dass jeder mit der vorhandenen Arbeitszeit zu Recht kommt.

impulse: Wer lacht lebt länger. Ist das für Sie eine Erfolgsformel für Unternehmer, trotz der täglichen Herausforderungen und mancher Probleme?

Albrecht von Dewitz: Auf jeden Fall! Wir lachen beide gerne. Lachen tut gut. Ich bin überzeugt, dass gemeinsames Lachen auch die Kreativität beflügelt. Diese Erfahrung mache ich häufig in Besprechungen zu Produktentwicklungen.

Antje von Dewitz: Dass herzhaftes Lachen bei uns im Betrieb möglich ist, dazu trägt bei, dass wir uns alle duzen und eine sehr partnerschaftliche Atmosphäre im Unternehmen herrscht.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...