Diverses Die Flucht, Teil Zwei

Schlechte Nachricht für Unternehmer auf Personalsuche: Uns laufen immer mehr kluge Köpfe davon

Deutschlands Konjunkturaufschwung in 2006 hat die
Auswanderungswelle nicht gestoppt. Nach aktuellen Zahlen des
Statistischen Bundesamts wächst das Minus in der
Wanderungsbilanz sogar noch stärker an. 143.000 Deutsche
haben das Land zwischen Januar und November 2006
verlassen.

Im selben Zeitraum kamen nur 96.000 in die Heimat zurück –
im Saldo verlor Deutschland 47 000 Einwohner. Obwohl das
Qualifikationsniveau statistisch nicht erfasst wird, gehen
Experten davon aus, dass unter den Auswanderern auch immer
mehr gut ausgebildete und hoch motivierte Deutsche sind.

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2005 gab es erstmals seit Beginn der Zählung 1991 mehr Weg-
als Zuzügler. Die Differenz war mit 13.000 aber noch
vergleichsweise gering. „Die neuen Zahlen zeigen, dass
ökonomisch motivierte Auswanderung einem langjährigen
Trend folgt“, analysiert Oliver Stettes, Experte für Bildungs- und
Arbeitsmarktpolitik am Institut der deutschen Wirtschaft Köln:
„Selbst ein paar wachstumsstarke Jahre helfen uns nicht
wirklich. Die Ursachen
liegen viel tiefer.“

Stettes fordert niedrigere Steuern und Sozialabgaben, um
Deutschland attraktiver zu machen. Immerhin erwärmt sich die
Politik für die Idee der Wirtschaft, im Kampf gegen
Fachkräftemangel die Zuzugsschwellen für außereuropäische
Top-Leute zu senken. Bisher müssen diese mindestens 84.000
Euro im Jahr verdienen, um einwandern zu können. Union und
FDP dringen auf Lockerung, die SPD sperrt sich noch. Im
Gespräch ist eine Absenkung der Einkommensschwelle um ein
Viertel auf 63.000 Euro.

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