Diverses Die IG Metall macht Druck

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In der Metall- und Elektroindustrie droht eine konfliktreiche Tarifrunde: Die Gewerkschaft will bis zu acht Prozent mehr Lohn durchdrücken - das ist die höchste Forderung seit 1992. Die Arbeitgeber reagierten mit Unverständnis.

Die IG Metall geht mit der höchsten Forderung seit 16 Jahren in die Tarifauseinandersetzung für die Metall- und Elektroindustrie. Der Vorstand hat eine Spanne von 7 bis 8 Prozent als Korridor festgelegt. Zuletzt hatte die Gewerkschaft im Jahr 1992 mit 9,5 Prozent eine höhere Forderung aufgestellt.

Als Begründung für die Forderung nannte der Gewerkschaftsvorsitzende Berthold Huber Preissteigerungen, Fortschritte bei der Produktivität und einen sogenannten Gerechtigkeitsausgleich. So seien Managergehälter und Unternehmensgewinne überproportional angestiegen, während die Arbeiter nicht am Aufschwung teilgenommen hätten. Und: In der Folge sei der private Verbrauch nicht angesprungen. Huber sprach von einem „unbalancierten und daher ungerechten Aufschwung“.

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Der Gewerkschaftschef machte klar, dass mit der höheren Forderung auch ein höherer Abschluss verbunden sein müsse als im Vorjahr. Damals hatte die IG Metall ein Plus von 6,5 Prozent für zwölf Monate verlangt und 4,1 Prozent erhalten. In einer zweiten Stufe gab es einen Zuschlag von 1,7 Prozent. In beiden Stufen wurden zudem Einmalzahlungen vereinbart.

Arbeitgeber: Das ist unberechtigt und gewaltig überzogen

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wies die Forderung umgehend zurück. „Jetzt die höchste Forderung der letzten 16 Jahre zu stellen, ist Unvernunft und bringt die Akzeptanz unseres Lohnfindungssystems in Gefahr“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser in Berlin. Der zuletzt erreichte Beschäftigungsaufbau und die Weltmarktanteile der Betriebe dürften nicht leichtsinnig aufs Spiel gesetzt werden. „Wir wollen unsere Belegschaften auch durch die Täler bringen. Dies geht nur mit einem realistischen Tarifabschluss, der keine übermäßige Kostenbelastung zementiert“, sagte Kannegiesser.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt bezeichnete die Forderung als „unberechtigt und gewaltig überzogen“. Die IG Metall müsse mit Augenmaß in die Tarifrunde gehen und „darf die sich abschwächende Konjunktur nicht zusätzlich belasten“. Die Tarifpartner haben übereinstimmend erklärt, bis Weihnachten zu einem schnellen Abschluss kommen zu wollen. Die Friedenspflicht endet bereits am 31. Oktober. Bis dahin sollen in einzelnen Tarifgebieten bereits drei Verhandlungsrunden abgeschlossen sein.

Die Metall- und Elektroindustrie ist die deutsche Schlüsselbranche, die rund 60 Prozent des Industrieumsatzes bestreitet. Die Entgelte der Arbeitnehmer summierten sich im vergangenen Jahr auf 151 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 947 Milliarden Euro. Eine Lohnerhöhung um 5 Prozent würde mit den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber mehr als 9 Milliarden Euro kosten.

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