Diverses Die Ignoranten der IG Metall

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld© Florian Schwinge

Gestiegene Managergehälter und Unternehmensgewinne auf der einen und Preissteigerungen auf der anderen Seite - damit rechtfertigt die Gewerkschaft ihre Lohnforderungen von bis zu acht Prozent. Ökonomisch ist die Argumentation Unsinn, wie impulse-Redakteur Holger Externbrink zeigt. Und es ist ein verheerendes Signal für folgende Tarifrunden.

Acht Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall in der diesjährigen Lohnrunde. Die höchste Forderung, die Deutschlands größte Einzelgewerkschaft seit 16 Jahren stellt. 1,7 Prozent beträgt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr – in der Metallindustrie ist die Wachstumsrate vielleicht etwas mehr. Zur Erinnerung: Im Jahr 2007 betrug das BIP-Wachstum 2,6 Prozent. Die Metaller handelten einen Abschluss von 4,1 Prozent aus. Dass sie nicht an der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung partizipiert haben, kann also niemand ernsthaft behaupten.

Was ist es dann, dass sie zu derart hohen Forderungen treibt? Die Inflation? Hier wären zwei Prozent angemessen. Schließlich sind die Höhepunkte der Rohstoffpreisspirale vorerst vorüber. Zudem: Die Teuerung trifft auch die Unternehmen. Ökonomisch ist die Argumentation mit der Inflation sowieso Unsinn. Es wäre wie mit Friedmans Helikopter, der Geld übers Land verteilt. Der Wohlstand würde nicht steigen, allein die Preise zögen an. Und schließlich setzt die IG Metall mit der hohen Forderung ein verheerendes Signal für alle anderen Gewerkschaften. Dem Land steht wohl mitten im ökonomischen Abschwung eine teure Lohnrunde ins Haus, die viele Unternehmen nicht gut verkraften werden. Schade, wenn Gewerkschaften Fakten ignorieren.

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