Diverses „Die Jungen ticken anders“

Der Hauptgeschäftsführer der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung (MIT), Hans-Dieter Lehnen, über die Parteiflucht der Mitglieder und zurückgedrehte Lobby-Ansprüche.

impulse: Herr Lehnen, wie zu hören ist, hat die parteigebundene MIT inzwischen kaum noch Unions-Mitglieder. Wie dramatisch ist der Einbruch?

Lehnen: Nach ganz frischen Zahlen ist von unseren rund 32000 Mitgliedern knapp ein Drittel in der Union organisiert. Da hat sich in der Tat einiges verändert. Über Jahre gab es bei der Mittelstandsvereinigung eigentlich einen sehr guten Mix: Die eine Hälfte hatte ein Parteibuch, die andere nicht.

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Lässt die schlechte Performance der Union in Berlin die Mitglieder aus der Partei flüchten?

Letzteres mag sicher den ein oder anderen Austritt erklären. Aber die Entwicklung setzte schon früher ein, und sie gilt vor allem für jüngere Mitglieder. Man engagiert sich zwar gern für Mittelstandspolitik, ist aber sehr abwartend, ob dafür ein Parteibuch nötig ist.

Die FDP behauptet, dass viele Unternehmer gleich komplett ins liberale Lager überlaufen …

Völliger Unsinn. Wir haben eine weitgehend stabile Mitgliederentwicklung.

Steht nicht bald Ihr Status als Parteivereinigung mit zum Beispiel reservierten Gremienplätzen zur Debatte?

Die Gefahr sehe ich nicht und kann solche Überlegungen bei der Union auch nicht festmachen.

Ohne Parteikorsett wären Sie freier. Es fällt auf, dass Ihr Haus gegen SPD-Minister austeilt, eigene Leute aber in Schutz nimmt. Ist die MIT noch glaubwürdig?

In Zeiten der Großen Koalition ist sicher der ein oder andere Spagat zu leisten. Aber diese Phase wird nicht ewig anhalten. Unterm Strich jedoch machen sich unsere Drähte zu Partei und Parlament bezahlt. In der Detailarbeit haben wir Schlimmeres verhindern können.

Verhindern? Ist das nicht zu wenig Anspruch, wo Sie in der Fraktion über 100 Mitglieder haben?

Bei realistischer Betrachtung der Koalition ist es leider so, dass die Erwartungen zurückgeschraubt werden müssen.

Weitere Artikel aus dem Ressort Politik können Sie in der impulse-Ausgabe 11/2006, Seite 38, nachlesen.

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