Diverses „Die Kreditkosten werden steigen“

Kredit: EBA torpediert Basel-III-Pläne der EU

Kredit: EBA torpediert Basel-III-Pläne der EU© dpa

Wie schlimm trifft die Finanzkrise den deutschen Mittelstand? Und wie können sie gegensteuern? Vor allem über alternative Finanzierungen sagt Finanzexperte Dominik Asam.

impulse: Herr Asam, seit Monaten belastet die Finanzkrise den Kredit- und Kapitalmarkt. Nun haben Sie in einer Studie herausgefunden, dass auch Unternehmen die Wirkungen spüren. Fast ein Drittel der Firmen berichtet von gestiegenen Kreditkosten. Wie dramatisch ist die Lage?

Asam: Auch wenn viele Unternehmer es ungern hören werden: Die Refinanzierungskosten werden steigen. Kredite werden teurer und schwerer zu beschaffen sein. Die Studienergebnisse untertreiben die wahre Lage vermutlich sogar: Sich aktiv dazu zu bekennen, dass Kredite und damit die Finanzierungskosten teurer werden, fällt schließlich keinem Unternehmer leicht.

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Am Ende müssen also noch mehr Unternehmer mit höheren Kreditkosten rechnen?

Asam: Ja. Auch wenn ich das einschränken will: Erstens haben sich manche Unternehmer noch vor Beginn der Krise mittel- und langfristige Kreditlinien gesichert – und spüren die Verteuerung natürlich nicht akut. Zweitens sehen wir am Markt eine immer deutlichere Differenzierung der Konditionen. Das heißt, sehr gute Unternehmen brauchen sich keine Sorgen zu machen.

Für die meisten Mittelständler ist das ein schwacher Trost: Sie werden ja nie eine solche Kreditwürdigkeit erreichen wie ein Weltkonzern. Was können kleinere Firmen tun, um der Kreditkrise zu entgehen?

Asam: Vor allem sollten sie ihre Finanzierung nicht mehr in erster Linie nach Kosten optimieren, sondern nach dem Grundsatz der Diversifikation. Alternative Finanzierungsinstrumente leisten hier einen wertvollen Beitrag.

Was heißt das konkret?

Asam: Die Finanzkrise zeigt ja deutlicher denn je, wie wichtig es auch für Unternehmen ist, Risiken zu streuen. Und die Sicherung der künftigen Liquidität ist für Firmen ein entscheidender Überlebensfaktor. Man sollte daher bei jeder Bank prüfen, wie sehr sie womöglich von der Branchenkrise betroffen ist. Und zusätzlich nach anderen Finanzierungspartnern suchen, die nicht von denselben Marktmechanismen abhängen. Es wird Sie nicht wundern, dass ich in Siemens Financial Services genau einen solchen Partner sehe.

Was können Sie denn anbieten, was eine Bank nicht hat?

Asam: Es geht gar nicht so sehr um Produkte: Leasing oder Factoring-Dienstleistungen bieten auch andere an. Wichtig ist, dass wir gerade in der jetzigen Lage die Verlässlichkeit eines bankunabhängigen Dienstleisters anbieten können. Dann das Netzwerk eines internationalen Konzerns. Und schließlich unsere Expertise: Wir sind ja selbst ein großer Einkäufer von Finanzdienstleistungen, stehen also regelmäßig vor denselben unternehmerischen Entscheidungen wie unsere Kunden. Wir verstehen, was ein Unternehmer braucht.

Dominik Asam ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemens Financial Services GmbH.

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