Diverses „Die Krise hat uns entzweit“

Otto Kentzler, 63, seit Januar Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), steht vor großen Aufgaben: Der Inhaber einer Dachdeckerfirma in Dortmund (50 Mitarbeiter) muss den zerstrittenen Verband einen. Und Perspektiven schaffen für die 860.000 Handwerksbetriebe, die unter der schwachen Binnenkonjunktur besonders stark leiden.

impulse: Herr Kentzler, Sie sind
für drei Jahre an die Spitze des
Handwerks gewählt. Was ist Ihr
wichtigstes Ziel?

Kentzler: Das Handwerk nach innen zu stabilisieren und nach außen wieder
schlagkräftig zu machen. Die Insolvenz
von Handwerk.de hat Kammern und
Verbände sowie den Zentralverband
des Handwerks selbst entzweit. Wir haben
uns in dieser Krise zu viel mit uns
beschäftigt. Daher möchte ich die Organisationen des Handwerks zusammenführen, sodass wir wieder schlagkräftig und mit einer Stimme die Interessen der Betriebe gegenüber Politik und Öffentlichkeit
vertreten.

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Wie soll das konkret geschehen – etwa durch Fusionen von Kammern und Fachverbänden?

Nein, wir brauchen beide Säulen. Die
Verbände bilden die Vielfalt der Gewerke
im Handwerk ab und unterstützen
die Betriebe dabei, auf dem neuesten
Stand der Technik zu sein. Sie müssen
sich weiter um diese branchenspezifischen Fragen kümmern. Die Kammern
hingegen vertreten das gesamte Handwerk
in öffentlich-rechtlicher Selbstverwaltung
und unter Beteiligung ihrer
Mitarbeiter. Beide Organisationen müssen
sich aber besser abstimmen, sodass
Doppelarbeiten vermieden werden, etwa
in Fragen der Ausbildung.

Ist das alles an Reformen?

Nein. Wir müssen die Betriebe besser
erreichen. Nicht nur die Spitzen, auch
die Kompetenz der Basis im Haupt- und
Ehrenamt muss in die Entscheidungsprozesse
einbezogen werden. Am Ende werden wir ein höheres Verantwortungsbewusstsein
auf allen Ebenen unserer hauptamtlichen Mitarbeiter haben – zum Vorteil der Unternehmen.

Können Sie ausschließen, dass
die Handwerksbetriebe wegen
Handwerk.de von höheren
Beiträgen verschont bleiben?

Ja, höhere Beiträge zum ZDH wird es
nicht geben. Als früherer Vorsitzender
des Haushaltsausschusses kenne ich alle
Unterlagen und weiß, wovon ich rede.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 04/2005, Seite 42, nachlesen.

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