Diverses Die letzte Chance

Anwälte und Steuerberater richten sich auf reichlich Überstunden ein: Inhaber "diskreter" Konten und Depots im Ausland wollen auf den letzten Drücker wissen, ob sie das Geld jetzt nach Deutschland zurückholen sollen. "Ich rate, die Amnestie zu nutzen, denn das Risiko für Steuerhinterzieher wächst", warnt Rudolf Stahl, Anwalt in der Kölner Kanzlei Carlé Korn Stahl Strahl.

Zauderern rechnet der Experte
vor, dass sie bei Enttarnung gewaltig
draufzahlen – eine Erfahrung, die etliche
Unternehmer, aber auch prominente
Sportler und Showstars bereits
gemacht haben. Zu ihnen gehört auch
Freddy Quinn (Foto). Der Sänger musste im
vergangenen Jahr fast zwei Millionen
Euro Steuer und Strafe zahlen, praktisch
die gesamte „schwarze Kasse“. Plus 24 Monate Gefängnis auf Bewährung.

Dagegen ist die Amnestie
ein außerordentlich günstiges Angebot:
Bis zum 31. März 2005 gibt es
Straffreiheit gegen Pauschalsteuer
von rund 21 Prozent. Davon
profitieren können Kapitalanleger,
die Zinsen und Dividenden widerrechtlich
am Finanzamt vorbeigeschleust
haben. Außerdem Firmenchefs,
Freiberufler oder Handwerker,
die zum Beispiel Gestaltungsmöglichkeiten in Verträgen oder Bilanzen
widerrechtlich überstrapazierten.

Anzeige

Überdies sollten Steuersünder einkalkulieren,
dass die Finanzbehörden
Kapitalerträge und Spekulationsgewinne
künftig leichter aufspüren
können. Grund: „Berlin hat die Kontrollinstrumente der Beamten geschärft“,
bestätigt Experte Stahl.

Um Anreize zu schaffen, hatte
sich Hans Eichel für die Amnestie
zwei Stufen ausgedacht: Wer sie bis
Ende 2004 nutzte, zahlte nur 25 Prozent
Strafsteuer. Seit Januar 2005 gilt
für drei Monate ein höherer Satz: 35
Prozent. Geblieben ist es allerdings
bei den kräftigen Rabatten. Für hinterzogene
Einkommen- oder Körperschaft
steuer zählen nur 60 Prozent
der verheimlichten Summe. Bei der
Umsatzsteuer sind es 30 Prozent, bei
der Erbschaft – und Schenkungsteuer
20 Prozent und bei der Gewerbesteuer
gar nur zehn Prozent.

Hat ein Unternehmer beispielsweise nur Einkommensteuer hinterzogen, zahlt er jetzt unterm Strich 21 Prozent der schwarzen Erträge als „Strafe“ an Hans Eichel – statt bisher 15 Prozent.
„Immer noch ein absolutes Sonderangebot“, wertet der Düsseldorfer
Steueranwalt Matthias Söffing.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 03/2005, Seite 112, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...