Diverses Die Macht der grauen Zellen

Eine Allianz aus Hirnforschern und Ökonomen fördert hochnützliche Erkenntnisse für Unternehmer zu Tage.

Es ist einer dieser kühl wirkenden Räume mit grau-weißen Wänden, eine Art OP auf dem Ge­lände der Bonner Uni-Kliniken. Ein Mann steckt in der Metallröhre. Während er verschiedene Fotos mit Gesichtern gezeigt bekommt, zeichnet das Team um Professor Christian Elger, Direktor des Epileptologie-Zen­trums, seine Hirnaktivitäten auf. Den Ärzten und Psychologen geht es diesmal allerdings nicht darum, Krankhaftes ausfindig zu machen. Sie erhoffen sich vielmehr Erkenntnisse über das menschliche Entscheidungs- und Kaufverhalten.

Neuroökonomie heißt das aktuelle Schlagwort, also die Verbindung zwischen Hirnforschung und Wirtschaft, das Beschreiben wirt­schaftlichen Verhaltens anhand der Prozesse im Gehirn. „Es ist ein regelrechter Neuro-Hype entbrannt“, be­obachtet Hirnforscher Professor Ernst Pöppel, Chef des Instituts für medizinische Psychologie an der Uni München.

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Er und eine Reihe weiterer Mediziner haben die Wirtschaft als lukratives Forschungsfeld entdeckt. Da­runter auch Elger, der auf dem Bonner Uni-Gelände die eigene Firma Life & Brain gegründet hat. Oder der Ulmer Kollege Professor Manfred Spitzer vom Transferzentrum Neurowissenschaften an der Universitätsklinik.

Von der anderen Seite stoßen renommierte Ökonomen dazu. So hat Marketingforscher Peter Kenning Betriebswirte, Radiologen und Neurologen um sich versammelt, mit denen er an der Uni Münster dem Menschen in den Kopf schaut: Wie entsteht Markenbindung, werden Entscheidungen getroffen, läuft Lernen ab, bildet sich Vertrauen?

Das nötige Geld kommt vor allem von prominenten Markenartiklern wie Daimler, Deutsche Post, Henkel, Honda oder Melitta. In gemeinsamen Projekten mit den Medizinern untersuchen sie etwa, wie Gesichter die Entscheidung für Produkte beeinflussen, wie ein Autocockpit gestaltet werden muss, damit in Krisensituationen Informationen sicher verarbeitet werden können. Oder wie Weiterbildungsprogramme am effi­zientesten zu konzipieren sind.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 02/2006, Seite 62, nachlesen.

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