Diverses Die Methusalem-Partei

Sie sind die größte politische Macht der Zukunft – die über 60-Jährigen. Und sie beginnen, sich in Berlin zu formieren.

Für Parteienforscher Peter Lösche ist die Sache klar: „Die Alten entscheiden, wer der nächste
Bundeskanzler wird.“ Grund: Der demografische Wandel hat die Wählerstrukturen auf den Kopf gestellt.

„Bei der nächsten Bundestagswahl im Jahr 2006 wird ein Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung älter als 60 Jahre sein“, ergänzt Manfred
Güllner, Leiter des Meinungsforschungsinstituts
Forsa in Berlin. Und was ihren Einfluss noch
stärkt: Anders als ihre Kinder und Enkel gehen die Alten viel häufiger zur Wahl.

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Die Europawahl Anfang des Jahres ist ein Beleg dafür: 52,9 Prozent aller 60- bis 70-Jährigen haben gewählt. Keine Altersgruppe hat so viele
Wähler an die Urne gebracht. Bei den über 70-Jährigen sieht es mit 49,3 Prozent kaum anders aus.

Weil sie spüren, wie wichtig ihre Stimmen sind, drängen die Alten jetzt in die Zentren der politischen Macht. Zuerst versuchen sie es in den etablierten Parteien, wenn auch noch spärlich. Zuletzt haben Mitglieder der Grünen den Verein „Grüne Alte“ auf die Beine gestellt. Wer 50 und älter ist, kann mitmachen. Noch steckt der
Verein in den Kinderschuhen und hat in der Partei nicht viel zu sagen. Doch die Vorsitzenden Edith Lampert und Wilhelm Knabe arbeiten daran: Sie
sind auf dem besten Weg, fester Teil der Parteiorganisation zu werden.

Die Liberalen Senioren sind weiter: Obwohl erst ein kleines Häuflein, mischen sie schon mit. Etwa beim Bundesparteitag der Liberalen im Juni in Dresden. Dort haben sie sich beispielsweise
für eine „Kampagne gegen die Diskriminierung älterer Menschen am Arbeitsplatz“ stark gemacht.

„Der heutige Jugendwahn kann unsere Gesellschaft teuer zu stehen kommen“, sagt ihr Bundesvorsitzender, Berthold Bahner. Er fühlt sich
auch mit 68 Jahren noch nicht alt und macht sich auf dem Parteitag oder im Parteivorstand für die Interessen der Senioren stark. Lieber wäre ihm allerdings, wenn er im Parteivorstand nicht nur ein Rede-, sondern auch ein Stimmrecht hätte.
Otto Graeber bei der

Den kompletten Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 12/2004, Seite 42, nachlesen.

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