Diverses Die Mini-Androiden

Klein, aber oho. So sagt man. Das scheint auch das Konzept von Sony Ericsson zu sein. Der Handy-Hersteller setzt dem Trend immer größer werdender Mobiltelefone ein paar Minis entgegen - Minis mit Smartphone-Herzen.

Neue Android-Handys kommen dieser Tage fast täglich auf den Markt. Doch das haben wir bis dato noch nicht gesehen. Sony Ericsson legt Smartphones auf Basis des Google-Betriebssystems vor, die sich in Sachen Ausstattung nicht hinter dem aktuellen Flaggschiff Xperia X10 verstecken müssen – und dabei so groß wie eine Kreditkarte sind.

Aber funktioniert Android wirklich auf einem so kleinen Bildschirm? Einem Gerät, das nur 83 x 50 x 16 Milimeter misst?? Um es vorweg zu nehmen: ja. Denn auf diese Weise öffnet sich ein „normales“ kleines Handy auf einem Schlag den funktionellen Möglichkeiten eines Smartphones – ohne ein Smartphone sein zu wollen. Kann der Nutzer also mit X10 mini und mini pro endlich auf Partys Facebook-Pinnwände ausspionieren, ohne dass die Hosentasche ausbeult?

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Um das zu erreichen, hat Sony Ericsson die Android-Oberfläche etwas angepasst. Der Startbildschirm lässt sich zwar immer noch mehr oder weniger frei gestallten und auch auf den Minis hat er mehrere Seiten, aber aufgrund des eingeschränkten Platzes lassen sich nur wenige Market-Apps platzieren. Diese sind jedoch in kleinerer, aber gewohnter Manier im App-Menü einseh- und aufrufbar.

Einschalten und los

Aber der Reihe nach. Das X10 min pro ist das große der Zwerge und ist mit einer ausziehbaren QWERTZ-Tastatur ausgestattet. Erster Eindruck nach dem Einschalten: Hat alles, kann alles, sieht edel aus. Besonders einfach gestaltet sich die Inbetriebnahme für Nutzer von Google-Diensten wie Mail, Kalender & Co. Dank des Android-Betriebssystems sind alle Kontakte und Termine schnell auf dem Gerät.

Lange eingewöhnen muss man sich nicht. Telefonieren, Musik hören, sogar Schnappschüsse machen – alles geht locker von der Hand. Die Anleitung bleibt im Karton. Es ist zwar ungewöhnlich, ein so kleines Handy mit vollständiger Tastatur zu nutzen, aber die Entwickler haben es fertig gebracht diese sehr nutzbar zu gestalten. In Rekordtempo sind SMS und Mails runtergetippt. Nebenbei spart man sich die Fingerabdrücke auf dem Display.

Klein, aber dick und durstig

Im Alltag offenbaren die Geräte dann doch ein paar Schwächen. Die gravierenste zuerst: Beulenfrei bleibt die Hose beim pro nicht. Zwar ist der Mini so groß wie eine Kreditkarte, dafür aber 17 Mal dicker. Der Akku muss auch bei geringer Nutzung (und auch wenn Extras wie Wlan oder Bluetooth ausgeschaltet sind) schnell wieder an die Zapfsäule – ganz im Stile vieler großer Smartphones. Surfen und Spiele machen auf größeren Displays natürlich auch mehr Spaß. Aber diese Geräte sind ja auch keine Smartphones.

Gleiches gilt natürlich für das normale X10 mini ohne die Tastatur. Hier wird die Hose allerdings nun wirklich nicht mehr ausgebeult. Dafür ist in dem Mini-Adroid-System keine vollständige Bildschirmtastatur integriert, sondern lediglich eine Touch-Variante des klassischen Handy-Nummernblocks. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig und lässt einen doch etwas neidisch auf den Kollegen mit dem pro blicken.

Leichter und noch schlanker ist es mit Abstand das bis dato kleinste Android-Handy, das unsere Redaktion bisher gesehen hat. Da sich jedoch selbst Sony Ericsson sich mit entsprechenden Superlativen zurück hält, wollen wir es bei dieser Formulierung belassen.

Fazit

Im Grunde machen beide Geräte Spaß. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein klassisches kompaktes Handy zuzulegen, sollte sich die Winzlinge einmal anschauen. Schließlich beherbergen sie alles, was Handys benötigen und bieten zudem Einblicke in die weite Welt der freiverfügbaren Android-Apps – wenn auch nicht alle auf kleinem Display sinnvoll nutzbar sind.

Der Unterwegs-Surfer und Viel-Mailer braucht allerdings mehr Bildschirm. Wer beides will, muss wohl mit Kompromissen leben. Vielleicht ist das der Grund, weshalb es kaum Geräte dieser Klasse gibt. Aber mit dem jüngst angekündigten Xperia X8 hat Sony Ericsson bereits ein Gerät in den Startlöchern, dass sich größentechnisch genau in der Mitte zwischen X10 und seinen kleinen Brüdern einsortieren wird. Wir werden das beobachten.

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