Diverses Die Münchner Mutmacher

Gute Zahlen statt Finanzspritze: Während das Kabinett am Vormittag ihr 50 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket auf den Weg gebracht hat, legte Siemens eine positive Quartalsbilanz vor - und erreicht damit mehr als die Regierung, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer? Stimmt. Aber eine wirkliche gute Quartalsbilanz von Siemens ist mehr wert als alle Konjunkturprogramme. Und die Zahlen, die der Münchner Konzern für die Zeit von Oktober bis Dezember 2008 jetzt vorlegt, machen Mut: Trotz Krise, trotz Bankenpleiten, trotz weltweitem Auftragsschwund hat das Dax-Schwergewicht den Umsatz um sieben Prozent, das Ergebnis sogar um 20 Prozent gesteigert. „Auch wir durchlaufen schwierige Zeiten. Aber wir stimmen nicht in den Chor derer ein, die mit düsteren Äußerungen die Stimmung weiter in den Keller ziehen“, erklärt Siemens-Chef Peter Löscher. Und spricht damit wohl allen Mittelständlern aus dem Herzen, die von Weltuntergangsstimmung nichts mehr hören wollen.

Siemens ist mit seinen 430.000 Mitarbeitern natürlich weit davon entfernt, als mittelständisches Unternehmen zu gelten. Und von guter Unternehmensführung war der Konzern in den vergangenen Jahren, wie der Korruptionsskandal gezeigt hat, auch weit entfernt. Doch der neue Vorstandschef Löscher profitiert von einem Erfolgsrezept, das jeder Familienunternehmer mit der Muttermilch aufnimmt: Aussitzen bringt nichts, Probleme sind dazu da, gelöst zu werden – schnell, konsequent und manchmal auch mit harten Einschnitten. Löscher, den bei der Neubesetzung des Siemens-Chefpostens anfangs niemand auf dem Radar hatte, ist ein Top-Manager mit Unternehmer-Gen. Mehr davon.

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