Diverses Die neuen Höchstleister

Keramik, die für kugelsichere Scheiben verwendet wird, die neueste Generation von Hörgeräten und die wichtigsten Tipps, um Datenverlust zu vermeiden - impulse.de stellt drei aktuelle technologische Entwicklungen vor.

Deutsche Firmen profitieren am stärksten von Fördermitteln der Europäischen Union. Aus dem sechsten sogenannten EU-Förderrahmenprogramm gingen drei Milliarden Euro für Forschung nach Deutschland, 900 Millionen Euro davon an Unternehmern. Insgesamt hat die EU 16,7 Milliarden Euro für Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt. Hinter Deutschland sind Großbritannien und Frankreich Empfänger Nummer zwei und drei.

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  1. Panzerglas: Neue Transparenz
  2. Daten-Back-up: Auf Nummer Sicher
  3. Hörgeräte: Floh im Ohr

Panzerglas

Neue Transparenz

Hört der Laie das Wort Keramik, denkt er meist an Geschirr oder Zahnkronen. Redet aber Ewald Pfaff vom Lehrstuhl für Werkstoffanwendungen im Maschinenbau an der RWTH Aachen von Keramik, dann geht es um einen Hochleistungswerkstoff aus Nanopülverchen: um kugelsichere Scheiben, leichter und stabiler als Panzerglas.

Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich und den Firmen Ceramtec-ETEC, Technische Keramik Frömgen und GUS wollen die Aachener Wissenschaftler durchsichtige Keramik entwickeln, gebrannt aus Kristallen in der Größe eines halben Mikrometers. Drei Millionen Euro steuert das Innovationsministerium NRW im Rahmen des Förderprogramms Ziel 2 bei. Den Rest der Kosten tragen Hochschule und Firmen. Jülich und Aachen kümmern sich um die Grundlagenforschung, Ceramtec-ETEC um die industrielle Herstellung. Frömgen schleift die Keramikscheiben mit Diamanten, GUS verklebt sie.

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme hat bereits Erfahrung mit der Herstellung transparenter Keramik, wenn auch nicht im industriellen Maßstab. „Wir halten wichtige Patente in diesem Bereich“, sagt Michael Zins, stellvertretender Leiter des Instituts und Inhaber der Technologieagentur Strukturkeramik. Die hilft seit 20 Jahren Unternehmen, Netzwerke zu bilden und ihren Produkten mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Hochleistungskeramik ist härter als Metall und extrem vielseitig. Sie spielt in vielen Bereichen eine unsichtbare, aber tragende Rolle. „Am Ende sieht jeder den tollen Porsche, aber keiner sieht die Bremsscheiben oder den Katalysator aus Keramik“, sagt Zins.

Rund eine Milliarde Euro jährlich setzen deutsche Hersteller, überwiegend kleine und mittelständische Firmen, bereits mit Hochleistungskeramik um. Die Produktpalette reicht von künstlichen Hüftgelenken über Rußpartikelfilter bis hin zu Mahlwerken für Kaffeemaschinen – und bald gehören vielleicht auch kugelsichere Scheiben dazu.

  1. Panzerglas: Neue Transparenz
  2. Daten-Back-up: Auf Nummer Sicher
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Daten-Back-up

Auf Nummer Sicher

Im Leben gibt es unerschütterliche Regeln. Das Brot fällt immer auf die Marmeladenseite. Die eigene Kassenschlange ist stets die langsamste. Der Computer stürzt ab, wenn die Daten nicht gesichert sind. Für Marmeladenbrote gibt es keine Lösung, aber für Datenverlust. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Darauf achten, dass wirklich alle Daten gesichert werden. Wird nur ein Server-Back-up erstellt, gilt: Was von den Festplatten der Mitarbeiter verschwindet, ist weg. Dazu gehört alles, was auf dem Desktop oder unter „Eigene Dateien“ gespeichert ist.
  • Die gesicherten Daten sicher aufbewahren. Der ideale Lagerungsort befindet sich in einem anderen Gebäude und ist gegen Feuer, Wasser und Einbrüche geschützt.
  • Das richtige Speichermedium wählen. Für kleine Datenmengen eignen sich wiederbeschreibbare DVDs oder externe Festplatten. Bei größeren Unternehmen sind neben Festplatten Magnetbänder beliebt, da sie billig sind und sehr stabil laufen. Eine weitere Möglichkeit: Onlinesicherungen. Hier werden die Daten auf dem Server einer externen Firma gespeichert.
  • Für Onlinesicherungen gilt: Vorsicht bei der Wahl des Anbieters. Das Bundesamt für Sicherheit in der Infor-mationstechnik in Bonn gibt Unternehmen dazu Infos. Die Firma Speicherguide.de aus Miesbach bietet eine Anbieterübersicht. Alles sollte verschlüsselt gesendet und verschlüsselt gespeichert werden. Die Internetverbindung sollte schnell genug sein, um Daten im Notfall zügig wiederherstellen zu können.
  • Menschen sind vergesslich, Maschinen nicht. Spezielle Software führt die Datensicherung automatisch durch – auch wenn der Administrator anderes im Kopf hat.
  • Regelmäßig sichern. Beliebte Lösung: Am Wochenende werden alle Daten gesichert (Voll-Back-up), unter der Woche nur die Änderungen (inkrementelles Back-up).
  • USB-Sticks eignen sich als Sicherungsmedium für Mitarbeiter, die viel mit dem Laptop unterwegs sind. Daten auf dem Stick unbedingt verschlüsseln!

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  3. Hörgeräte: Floh im Ohr

Hörgeräte

Floh im Öhr

Klein, diskret, stark: Wer heute ein Hörgerät trägt, hat einen winzigen Hochleistungsrechner im Ohr. Gerade mal zehn mal zehn Millimeter misst der Chip, der in Geräten mit Namen wie „Velvet X-Mini“ oder „Luxor“ sitzt und mit einer Ein-Volt-Batterie betrieben wird. Kein anderes Gerät liefert mit so wenig Strom so viel Leistung.

Vorbei die Zeiten, in denen man zu monströsen Hörrohren greifen musste. Das erste im Ohr tragbare Hörgerät entwickelte Siemens 1966. Heute stammt jedes dritte verkaufte Gerät aus der Produktion der Konzerntochter Siemens Audiologische Technik. Die aufwendige Chipherstellung lohnt sich nur für wenige Firmen, denn der Markt ist überschaubar: Etwa 650.000 Hörhilfen gehen in Deutschland im Jahr über die Ladentheke. Der tatsächliche Bedarf wäre um einiges größer, immerhin sind 15 Prozent der Gesamtbevölkerung schwerhörig.

„Die Hemmschwelle, sich ein Hörgerät zu kaufen, ist sehr groß“, sagt Inga Holube von der Gesellschaft Hörtech, die Firmen und Forscher im Bereich Hörtechnologie zusammenbringt. Dabei steckt in digitalen Hörgeräten absolutes Hightech. Störende Nebengeräusche werden herausgefiltert, und das Gerät erkennt, ob sein Träger gerade Musik hört, auf einer Party ist oder sich in Ruhe unterhält. Anbieter wie Audio Service, Hansaton oder Audifon bieten Zubehör, mit dessen Hilfe sich Hörgeräte als Bluetooth-Headset an Handys, Fernseher oder MP3-Player anschließen lassen. Die Geräte werden fast unsichtbar hinter dem Ohr getragen oder verstecken sich dezent im Gehörgang. Dabei haben sie das gar nicht nötig: Die Firma Hansaton heimste mit einem ihrer Modelle jüngst eine Nominierung für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ein. Hören kann so schön sein.

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