Diverses Die neuen Mallorcas: Fördermittel

Die neuen Mallorcas: Fördermittel

Der Tourismus in Südosteuropa boomt. Immer mehr Urlauber entdecken diese
Region als Alternative zu Mallorca. Deutsche Investoren können von dem
Aufschwung profitieren. Welche Fördermittel sie einkalkulieren können, hat
Dr. Marcus Felsner von Rödl & Partner zusammengestellt.

EU:

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  • Durch direkte Zuschüsse finanziert die EU auch in den genannten Ländern
  • Tourismusprojekte. Dabei handelt es sich aber um große Infrastrukturprojekte
  • (Beispiel: Schaffung eines grenzüberschreitenden Erholungsgebiets zwischen Polen
  • und Deutschland, Aufbau von Fremdenverkehrsämtern, Bau von Straßen,
  • Wasserversorgung, Schulung von Beamten in tourismusrelevanten Bereichen
  • et cetera). Ein einzelnes Hotelprojekt kann keine Zuschüsse der EU in Anspruch
  • nehmen.
  • Einzelne der genannten Programme sind nur in Beitrittsländern (nicht:
  • Kroatien) anwendbar, andere, vor allem für Schulungen (TEMPUS-Programm),
  • gelten auch zum Beispiel in allen anderen Balkanstaaten.
  • Tourismusprojekte spielen bei der Förderung der EU in Beitrittsstaaten
  • bisher nur eine Randrolle. Rund 1 Prozent der Mittel fliessen in den Tourismus.
  • Insgesamt gibt die EU für Vorhaben in den Beitrittsländern jedes Jahr rund
  • 3,2 Milliarden Euro für die Heranführung an EU-Standards als direkte, nicht
  • rückzahlbare Zuschüsse aus (PHARE-Programm; plus eine Milliarde Euro für Infrastruktur
  • und Umweltprojekte nach dem ISPA-Programm; plus 500 Millione Euro für Landwirtschaft
  • und ländliche Entwicklung nach dem SAPARD-Programm).
  • Die Internationalen Finanzinstitutionen, nämlich die IFC
  • (Weltbank-Gruppe), die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Bank für
  • Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) finanzieren teilweise Projektstudien
  • durch direkte Zuschüsse in bescheidener Höhe (Grössenordnung 100.000 Euro)
  • im Tourismusbereich, vorausgesetzt, dass Projekt hat nationale oder
  • regionale wirtschaftliche Bedeutung. Beispiel: Entwicklung einer
  • Küstenregion durch Bau verschiedener Sport- und Hotelanlagen,
  • Raumplanungskonzept etc. Auch hier wird ein einzelnes Hotelprojekt kaum
  • Aussicht auf Förderung haben.
  • Die genannten Internationalen Finanzinstitutionen (IFI) fördern im übrigen
  • Projekte in den genannten Ländern durch besonders zinsgünstige Kredite. So
  • berechnet etwa die EIB keine Marge und keine Gebühren und bietet damit
  • Bedingungen, die eine Geschäftsbank niemals bieten kann. Weiterhin bieten
  • die IFI’s so genannte „limited recourse“-Fazilitäten, die aus den Einnahmen des
  • Projekts selbst, nicht aber durch Garantien zB einer deutschen
  • Muttergesellschaft besichert werden. Auch hier müssen aber in aller Regel
  • große Projekte präsentiert werden (Größenordnung ab 25 Millionen Euro). Für
  • kleiner Projekte werden die lokalen Partnerbanken eingeschaltet, siehe unten, die
  • aber weniger günstige Konditionen bieten.
  • IFI’s finanzieren regelmäßig nicht mehr als ein Drittel der
  • Investitionssumme. Die geforderte Eigenkapitalquote liegt regelmäßig bei 40
  • Prozent. Bei direkten Zuschüssen der EU wird ebenfalls nur ein Teil gefördert, bis
  • maximal 75 Prozent.
  • Viele Institutionen finanzieren gern Joint Ventures (statt
  • Alleininvestitionen westlicher Unternehmen). Ein eigenes Förderprogramm der
  • EU für die Identifizierung von und Verhandlungen mit Joint Venture-Partnern,
  • das bis zur 100.000 Euro bereitstellt, gilt aber trotz entgegenstehender
  • Absicht der EU-Kommission noch immer nicht für Beitrittsstaaten.

Rumänien:

  • für Schaffung neuer Arbeitsplätze Senkung der Gewinnsteuer auf 20 Prozent
  • möglich, für Anstellung von Jugendlichen mit unbefristetem Arbeitsvertrag
  • Zuschuss in Höhe von 70 Prozent des Nettolohns
  • für Unternehmen im Bereich Tourismus mit unter 200 Mitarbeitern Kredite
  • aus dem Arbeitslosenfonds möglich
  • Befreiung von Zöllen und Gewinnsteuern in einer der 29 strukturschwachen
  • Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit

Kroatien:

  • Für mittelständische Unternehmen gewährt die Kroatische Kreditbank für
  • Wiederaufbau (HBOR) Kredite für Wiederaufbau von 500.000 bis 50 Millionen
  • Euro Laufzeit des Kredites beträt zwischen 10 und 20 Jahre, wenn 2/3 der
  • Kosten auf Grunderwerb und Baukosten entfallen.
  • günstige Konditionen bei Kauf oder Nutzung von Grund und Boden in
  • Staatseigentum
  • für Einrichtung neuer Arbeitsplätze und einmalige Schulung neuer
  • Arbeitnehmer Zahlung bis zu 15.000 HRK möglich, wenn Zahl der Arbeitnehmer
  • innerhalb von drei Jahren nicht gekürzt wird
  • Zuschuss von bis zu 50 Prozent zu Lehren oder Umschulungen

Bulgarien:

  • Keine Förderungen von der bulgarischen Regierung selbst. Möglichkeit im
  • Rahmen des EU-Förderprogramme.
  • Allgemein gilt für alle Länder: Keine Förderung für den Erwerb einer
  • Beteiligung oder für bereits begonnene Investitionen.

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