Diverses Die neuen Privilegien

Verleihung des Europäischen Qualitätspreises in Paris, Preisträger Klaus Kobjoll (Foto) und fünf Führungskräfte sind im Learjet angereist. "Als Anerkennung für den Erfolg", erklärt der Nürnberger Hotelier ("Schindlerhof") die statusträchtige Beförderung. Schließlich weiß der vielfach ausgezeichnete Chef, dass man ambitionierten Nachwuchs mit Geld allein kaum mehr motivieren kann: "Die meisten sind schließlich im Wohlstand aufgewachsen."

Erkennen, was Highflyer wollen,
und genau dies bieten können – vor
dieser Herausforderung stehen derzeit
zahlreiche Unternehmer. Doch in
Zeiten flacher Hierarchien können sie
kaum mit großen Karriereschritten
locken. „Da dienen Statussymbole als
Karriere-Ersatz“, sagt Dirk Ewert, Vergütungsexperte bei der Unternehmensberatung
Towers Perrin in Frankfurt.

Prinzip: Leistung anerkennen,
ohne Leistungsträger zu befördern.
Vorbei die Zeiten der New Economy,
in denen alle gleichermaßen
mit Extras wie Stock Options, Bügelservice
oder kostenlosen Massagen
versorgt und in Großraumbüros gesteckt
wurden. „Obwohl dies kaum
einer zugibt, zählt wieder der kleine
Unterschied“, so Andreas von Specht,
langjähriger Personalberater bei Egon
Zehnder. „Junge Aufsteiger motiviert am
meisten der Goldfischteich. Sie wollen,
für alle erkennbar, als High Potential
gefördert werden“, so Ewert.

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Hippes Werkzeug zu verteilen bringt
hingegen wenig. „Laptop, Handy oder
Blackberry sind normale Arbeitsmittel. Nice to have, aber mit Statussymbolen
haben die nichts zu tun“,
sagt Gero Hesse, Director Bertelsmann
Recruiting Services in Gütersloh.

Eine aktuelle Studie des größten
deutschen Recruiting-Dienstleisters
Access in Köln bestätigt diesen Trend.
Nach den attraktivsten Zusatzleistungen
befragt, votierten 1700 Berufseinsteiger
vor allem für flexible Zeiteinteilung,
firmenfinanzierte Weiterbildung,
Altersvorsorge und – den guten
alten Dienstwagen.

Exklusivität als Statussymbol
breitet sich auch in kleineren Firmen
zunehmend aus. „Das Materielle ist
weniger bedeutend“, sagt Hubertus
Heusgen, Inhaber der Düsseldorfer
Lukas Künstlerfarben- und Maltuchfabrik
mit 60 Mitarbeitern. Nicht die
Aussage „Der hat was“ sei wichtig,
sondern „Der weiß was“, „Der kann
was“ oder „Der kennt wen“. „Bei uns
ist wichtig, wer in der Montagsrunde
dabei sein darf“, berichtet Heusgen.´

Auch Lorenz Bahlsen setzt auf exklusive
Förderung seiner Leistungsträger.
Einige wenige Führungskräfte schickte der Neu-Isenburger Kekskönig zu Managementtrainings an renommierte
Universitäten. Einer der Geförderten ist Detlef Knuf, Geschäftsführer für Marketing und Innovation. Der 40-Jährige durfte am
„Advanced Management Program“
der Insead-Hochschule in Fontainebleau
bei Paris teilnehmen, Kostenpunkt:
25.000 Euro. „Der Mercedes unter den Fortbildungen“, so der Betriebswirt, „dass ich dort teilnehmen durfte, macht mich stolz.“

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 04/2005, Seite 110, nachlesen.

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