Diverses Die Neustarts der Woche

In den Kinos laufen unter anderem die Filme "Jackass 3D", "In ihren Augen", "Der grosse Kater" und "R.E.D. - Älter, härter, besser" an. impulse.de war für Sie im Kino.

 

In ihren Augen

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Den einstigen Gerichtsermittler Benjamín Espósito (Ricardo Darín) lässt die Vergangenheit seines Landes nicht los. Als Frührentner denkt er an die Zeit um 1974 zurück, in der argentinische Todeskommandos Tausende von Menschen spurlos verschwinden ließen und sich Angst über das Land legte. Damals sieht er an einem Tatort die leblose und blutverschmierte Liliana Coloto. Der Anblick des geschundenen Körpers brennt sich in Espósitos Gedächtnis ein. Fast 30 Jahre später will er den Mordfall in einem Buch verarbeiten und begibt sich auf die Suche nach den Tätern von einst. Dabei trifft er auch auf eine unvollendete Liebe.

„In ihren Augen“ ist Liebesgeschichte und Politthriller, Komödie und Sittengemälde. Seit Ende der Militärdiktatur 1983 hat sich das argentinische Kino immer wieder mit dem Erbe der Gewalt beschäftigt. Doch kaum einer hat so souverän Privates und Politisches verwoben wie Regisseur Campanella. Im Frühjahr wurde der Film mit dem Auslands-Oscar ausgezeichnet.

Von Esteban Engel, dpa

In ihren Augen
ARG/ESP 2009
Länge: 129 Min.
Regie: Juan José Campanella
Darsteller: Ricardo Darín
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Jackass 3D

Sind die Jungs etwa Weicheier geworden? Wer sich freiwillig fast nackt in einen Schwarm Bienen begibt, den beruhigt es sicher, wenn ein Krankenwagen direkt um die Ecke steht. Aber muss man gleich heulen, wenn die Biester dann wirklich zustechen? „Das ist nicht lustig“, jammert Bam Margera, als er in eine Grube voller Schlangen fällt.

In ihrem dritten Kinofilm übertreten Johnny Knoxville und seine Crew nicht nur sämtliche Grenzen des schlechten Geschmacks, sondern eindeutig auch ihre eigene Schmerzgrenze. Kotze, Kacke und Schweiß spielen wie immer eine exorbitant große Rolle bei den Spielen der bösen Anarcho-Truppe. In die ersten beiden Kinofilme konnten sie die Bösartigkeit der MTV-Serie noch ganz gut hinüberretten. Jetzt ist zwar alles gewohnt fies und ekelerregend, doch gehen Knoxville & Co. offenbar die Ideen aus. Dass der Film in 3-D gedreht wurde, spielt übrigens so gut wie keine Rolle: Es gibt zu wenig Szenen, in denen der Zuschauer mit ins Bild gezogen wird.

Von Elke Vogel, dpa

Jackass 3D
USA 2010
Länge: 94 Min.
Regie: Jeff Tremaine
Darsteller: Johnny Knoxville, Bam Margera, Ryan Dunn, Steve-O
Bewertung: 2 von 5 Punkten

Der große Kater

Wo hört beim Politiker der Machtmensch auf und wo fängt das Privatleben an? Ein schwieriger Spagat, den Regierende da hinkriegen müssen. Termine, staatstragende Entscheidungen, wichtige Gesprächspartner, da wirkt der eigene Alltag schnell banal. Um die komplizierten Befindlichkeiten eines Spitzenpolitikers dreht sich der neue Kinofilm „Der große Kater“. Im Mittelpunkt steht Bruno Ganz als Schweizer Bundespräsident Kater, dem die Macht allmählich entgleitet.

Wolfgang Panzer, der unter anderem bei der ARD-Krimireihe „Tatort“ Regie führte, hat den Film nach einer Romanvorlage des Schweizers Thomas Hürlimann inszeniert. Hürlimann kennt sich mit der großen Politik aus, saß sein Vater doch im Schweizer Bundesrat. Der 2010 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Streifen ist unterhaltsam und trotz der unterkühlten Grundstimmung anrührend. Doch allzu bissig oder satirisch wird der Politikbetrieb nicht durchleuchtet. Dazu ist „Der große Kater“ doch etwas zu zahm.

Von Cordula Dieckmann, dpa

Der große Kater
Deutschland 2010
Länge: 88 Min.
Regie: Wolfgang Panzer
Darsteller: Bruno Ganz, Ulrich Tukur, Christiane Paul
Bewertung: 4 von 5 Punkten

R.E.D. – Älter, härter, besser

Knallharte Actionszenen, eine spannende Geschichte und eine großartige Riege alternder Hollywoodstars: Das ist das Erfolgsrezept des Films „R.E.D – Älter, härter, besser“. Action-Superstar Bruce Willis spielt darin die Hauptrolle eines alternden CIA-Agenten und setzt sich – großartig selbstironisch – mit seinem Image als Symbol der Männlichkeit auseinander. An seiner Seite: Morgan Freeman, eine zauberhafte Helen Mirren und ein fantastisch komischer John Malkovich.

Die Geschichte von „R.E.D“ ist schnell erzählt: Frank Moses (Willis) ist in Rente. In einem Einfamilienhaus in der Vorstadt hat er sich ein unspektakuläres Leben eingerichtet – und langweilt sich. Einziger Lichtblick sind die regelmäßigen Telefonate mit dem Callcenter seiner Bank. Denn er hat sich in Telefonistin Sarah (Mary-Louise Parker) verliebt. Doch dieses beschauliche Leben nimmt ein jähes Ende, als maskierte Männer eines Nachts in sein Haus einfallen, versuchen ihn zu töten und daran spektakulär scheitern. Die völlig überzogenen und dadurch wirklich witzigen Actionszenen sind die Sahnehaube auf dem Film vom deutschen Regisseur Robert Schwentke („Flightplan“). Sehenswert!

Von Britta Schultejans, dpa

R.E.D. – Älter, härter, besser
USA 2010
Länge: 111 Min.
Regie: Robert Schwentke
Darsteller: Bruce Willis, Mary-Louise Parker, Morgan Freeman, Helen Mirren, John Malkovich
Bewertung: 4 von 5 Punkten

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